Ungenaue Schnitte trotz Handkreissäge + Führung
„Meine Handkreissäge schneidet trotz Führungsschiene nicht dort, wo ich es erwarte.“
Dieses Problem hatte ich eine ganze Weile.
Das Blatt schnitt immer etwas neben meiner angezeichneten Linie.
Meine Kreissägen-Führung war selbst gebaut, also vermutete ich den Fehler bei der Führung.
Der wahre Übeltäter war am Ende aber die Säge selbst.
Dieser Artikel erklärt, was nicht stimmte und wie ich es behoben habe.
(Spoiler: Die Lösung war der Kauf einer besseren Säge…)
Die wahre Ursache
Die bisherige Säge stammte noch aus meiner DIY-Findungsphase:
BOSCH (Bosch) Heimwerkerklasse PKS 18 LI
Beim Schneiden entlang der Führungsschiene verfehlten meine Schnitte immer wieder die angezeichnete Linie.


Da die Führung selbst gebaut war, schob ich die Schuld diffus auf die Führung.
Dann fiel mir eines Tages auf: Wenn ich die Schnitttiefe (den Blattüberstand) änderte, verschob sich die tatsächliche Schnittposition:

Moment — könnte die Säge selbst nicht in Ordnung sein? Ich schaute genauer hin:
Ich legte ein Stahllineal am Blatt an, so:

Und stellte fest: Die Kante der Grundplatte war nicht parallel zum Blatt!

Schlimmer noch: Als ich den Blattüberstand änderte und den Abstand von der Grundplattenkante zum Blatt maß, war der Abstand bei verschiedenen Überständen unterschiedlich.

Kein Wunder also, dass der Schnitt je nach Blattüberstand wandert — selbst mit Führungsschiene.
Dieses Modell hat keinen Mechanismus zur Parallelitätsjustage. (Die gibt es offenbar nur bei höherwertigen Sägen.)
Damit war es entschieden — ich kaufte eine neue Handkreissäge.
Upgrade auf die HiKOKI C6MEY (höherwertiges Modell)
Es wurde die HiKOKI C6MEY (kabelgebunden). Hier kommt, was sie gut macht und wie ich sie eingestellt habe.
Akku oder Kabel?
Die erste Entscheidung beim Kauf einer neuen Handkreissäge:
„Akku oder Kabel?“
Akku braucht natürlich keine Steckdose — überall einsetzbar und super für Gärten ohne Stromanschluss.
Bis dahin war ich auf Akku unterwegs, aber Kabel hat durchaus Vorteile.
Kabel-Vorteil: günstiger als Akku
Mit Kabel bekommt man das Spitzenmodell für unter 30.000 Yen (ca. 180 €).
Da der Auslöser für den Neukauf die Genauigkeit war (nicht die Mobilität), entschied ich mich nach einigem Überlegen für ein kabelgebundenes Spitzenmodell.
(Bei der Modellwahl habe ich mich auf den YouTube-Kanal „Kamiya-senseis DIY-Kanal“ gestützt. Kamiya-senseis Devise: Wenn du das beste Modell für rund 25.000 Yen bekommst, kauf es einfach.)
Das Ergebnis: Ich bin mit dieser Säge rundum glücklich.

<Update>
Zum Zeitpunkt dieses Artikels (Juli 2023) ist der Nachfolger der C6MEY, die „C6MEY2“, erhältlich.
Sieht nach einem kleinen Update aus, aber der Preis ist auf über 30.000 Yen gestiegen.
Zur Info: Es gibt auch einen Artikel über die Installation von Außensteckdosen in meinem Garten (auf Japanisch und Englisch; deutsche Version folgt) — die Steckdosen draußen machten mir die Kabel-Entscheidung leichter.
Aluminium-Grundplatte
Meine alte Säge hatte eine Grundplatte aus Stahlblech. Die neue hat eine aus Aluminium.
Aluminium gilt als steifer und verzugsärmer als Stahlblech.
In der Hand bestätigt sich das — die Säge fühlt sich deutlich solider an.

Justagemechanismen
Die neue Säge hat eigene Justagemechanismen für Rechtwinkligkeit und Parallelität des Blatts.
Das HiKOKI-Spitzenmodell kommt ab Werk schon genau, lässt sich aber weiter feinjustieren.
Das Blatt rechtwinklig stellen
Justieren wir die Rechtwinkligkeit des Blatts.
Mit dem Messschieber an Blatt und Grundplatte sieht man: Das Blatt steht nicht ganz im 90°-Winkel zur Platte:

Zur Korrektur dienen ① der Schwenkknauf und ② die Anschlagschraube (siehe unten).
※ Die Anschlagschraube ② fehlt bei den meisten günstigen Heimwerker-Sägen.

Zuerst ① den Schwenkknauf lösen (vorn/hinten). Jetzt lässt sich das Blatt frei neigen:

Für exakt 90° liegt das Blatt an ② der Anschlagschraube an — die Schraube bestimmt die 90°-Endposition.
Über den Überstand dieser Schraube (per Inbusschlüssel) stellt man die echten 90° ein.
(Meine alte Säge hatte die Justage ② nicht.)

Rechtwinklig eingestellt.

Nach dem Einstellen ① den Schwenkknauf wieder festziehen.
■ Mit einem echten Schnitt überprüfen
Zur Kontrolle ein Stück Holz schneiden. Messschieber ans Schnittstück — saubere 90°.


Blatt parallel zur Grundplatte
Der Abstand von der Grundplattenkante zum Blatt war vorn und hinten gleich — kein Parallelitätsproblem.
Sollte die Parallelität mit der Zeit abweichen, hat diese Säge auch dafür eine eigene Justage.
(Ab Werk stimmte die Parallelität bereits, also habe ich sie nicht angerührt.)


Vergleich der Schnittqualität
Zur neuen Säge habe ich auch ein „Kuroshachi (Black Plus)“-Sägeblatt mit 165 mm gekauft.
…Auch das auf Empfehlung von Kamiya-sensei. Danke, Kamiya-sensei!
Die Schnittqualität hat mich umgehauen.
Vielleicht war mein altes Setup auch einfach besonders schlecht.
Vergleich der Schnittflächen:
1. Altes Setup — Schnittfläche der Bosch PKS 18 LI (Heimwerkerklasse)
Mit dem Originalblatt.
Die Schnittfläche ist rau und körnig, mit Graten an der Kante.

2. Neues Setup — HiKOKI C6MEY + Kuroshachi-Blatt
Und hier die Schnittfläche der HiKOKI C6MEY mit dem Kuroshachi-Blatt.
Glatte Schnittfläche, glatt im Griff, kaum Grate.

Fazit
Unterm Strich: Es lohnt sich wirklich, in eine gute Handkreissäge zu investieren.
Bei Kabel vs. Akku habe ich mich wegen des Preisvorteils für Kabel entschieden. Wenn das Budget es zulässt, ist Akku die bequemere Wahl.
Die HiKOKI C6MEY, die ich gekauft habe:


Kommentare