Wasserbasierte Holzbeize + Klarlack — Schritt für Schritt

Wasserbasierte Holzbeize — Eigenschaften, Anwendung und Klarlack als Decklack

Neben der Ölbeize gehört die wasserbasierte Beize zu den Standard-Finishes beim DIY-Holzbau. In diesem Artikel geht es um:
Was Wasserbeize ist — und was nicht
Wie man sie aufträgt
am Beispiel von „Pore Stain“ von Washi Paint.

Wasserbeize braucht in der Regel einen Decklack. Ich habe den „Water-Based Urethane Varnish“ von Washi Paint verwendet. → Außerdem habe ich „glänzend klar“ und „matt klar“ verglichen.

Washi Paint Pore Stain und wasserbasierter Urethan-Klarlack
Washi Paint Pore Stain & wasserbasierter Urethan-Klarlack

Washi Paint Water-Based Urethane Varnish, Clear, 130mL — for indoor wood, urethane resin, low odor / fast drying

Washi Paint Water-Based Pore Stain, Oak, 300mL

Washi Paint Water-Based Pore Stain, Blue, 300mL

Inhaltsverzeichnis

Was Wasserbeize ausmacht

Die wichtigsten Eigenschaften:

Die Holzmaserung bleibt erhalten
Die Beize zieht in das Holz ein, die Maserung bleibt also sichtbar.

Braucht in der Regel einen Decklack (manche Produkte sind selbstversiegelnd)
Ohne Decklack kann die Farbe auf alles abfärben, was die Fläche berührt. Die meisten Wasserbeizen müssen mit Klarlack versiegelt werden. Wer das natürliche Holzgefühl möglichst erhalten will, ist mit Ölbeize (Watco Oil, Briwax) besser bedient.

Einfach in der Handhabung
Das Lösungsmittel ist Wasser — du kannst sie mit Wasser verdünnen und die Pinsel mit Wasser auswaschen. Verhält sich wie Wasserfarbe. Trocknet außerdem ziemlich schnell.

Keine Dämpfe
Kein Verdünner, also keine Lösungsmitteldämpfe beim Auftragen oder Trocknen.

Größere Farbauswahl
Es gibt Farben, die es als Ölbeize nicht gibt — zum Beispiel Blau.
Eine blaue Wasserbeize habe ich bei meinem DIY-Gitarrenbau verwendet (Artikel auf Japanisch und Englisch verfügbar; deutsche Version folgt).

Wasserbeize auftragen — so geht’s

<Verwendete Produkte>
・Washi Paint Pore Stain (Eiche)
・Washi Paint wasserbasierter Urethan-Klarlack („glänzend klar“ und „matt klar“)

Das Grundprinzip: Beize mit dem Pinsel auftragen, danach mit Klarlack überlackieren.

Beiz-Schritte: ① bis ⑤
Lackier-Schritte: ⑥ bis ⑨

Beim Lackieren lohnt sich ein leichter Zwischenschliff zwischen den Schichten — das Ergebnis wird deutlich schöner. Probier es aus.
※ Bonus: Eine glattere Oberfläche lässt sich leichter sauber halten — ein Staubwischer bleibt nicht an rauen Stellen hängen.

Was du brauchst

<Notwendig>
・Pinsel
・Tuch (Lappen)
・Schleifpapier (etwa Korn 240–400)

<Praktisch>
・Handschuhe (Gummi oder Vinyl, farbundurchlässig)
・Schleifpapier um Korn 800

Werkzeug und Material zum Beizen

① Holz schleifen (Korn 240–400)

Zuerst die Oberfläche mit Schleifpapier vorbereiten.
Korn 240–400, in Maserrichtung schleifen.

Schleifen des Holzes mit Schleifpapier

② Beize auftragen

Die Wasserbeize mit dem Pinsel auf das Holz auftragen.
Ich habe „Pore Stain“ in Eiche verwendet.

Etwas lästig, aber ich empfehle Handschuhe. Wasserbeize lässt sich zwar leichter abwaschen als Ölbeize, auf der Haut ist sie trotzdem kein Vergnügen.

Auftragen der Beize mit dem Pinsel

③ Überschüssige Beize mit einem Tuch abwischen

Beize abwischen, die nicht eingezogen ist.

④ Zweiter Anstrich (optional)

Für einen kräftigeren Farbton die erste Schicht trocknen lassen und erneut auftragen.

⑤ Trocknen lassen — Beizen fertig

Sobald alles trocken ist, ist das Beizen abgeschlossen.
Als Nächstes braucht Wasserbeize in der Regel einen Klarlack-Decklack.

Gebeiztes Holz, getrocknet

⑥ Klarlack auftragen (erste Schicht)

Den Klarlack mit dem Pinsel auftragen.
Mehrere dünne Schichten sehen deutlich besser aus als eine dicke.
Nicht zu viel Lack aufnehmen und langsam arbeiten, damit keine Bläschen entstehen.

Links in den Fotos = „glänzend klar“, rechts = „matt klar“.

⑦ Leichter Zwischenschliff

Sobald die erste Lackschicht trocken ist, vor der nächsten Schicht leicht anschleifen. (Korn 400–800)

Fahre mit der Hand über die Fläche — an manchen Stellen spürst du raue Punkte.
Hauptsächlich diese rauen Stellen leicht anschleifen.

Ein wenig schleifen, mit der Hand prüfen, weiterschleifen. Die geschliffenen Stellen können weißlich aussehen — das ist normal.
Zum Schluss den Schleifstaub mit einem sauberen Lappen abwischen.

⑧ Erneut lackieren

Weitere Lackschicht auftragen.

Lackieren → trocknen → leicht anschleifen → lackieren

Wiederholen, bis dir die Oberfläche gefällt. Mit einer Lackschicht aufhören (nach der letzten Schicht nicht mehr schleifen).

Letzte Klarlackschicht

⑨ Fertig — Vergleich „glänzend klar“ vs. „matt klar“

Das Ergebnis mit „glänzend klar“ und „matt klar“ beim wasserbasierten Urethan-Klarlack. Die Anleitung oben zeigt eine Kiefer-Leimholzplatte; denselben Ablauf habe ich auch mit SPF-Holz gemacht.

■ Kiefer-Leimholzplatte + Wasserbeize + Klarlack
Links = glänzend klar, rechts = matt klar.

Kiefer-Leimholz: glänzend klar vs. matt klar
Links: glänzend klar / Rechts: matt klar (Kiefer-Leimholzplatte)

■ SPF + Wasserbeize + Klarlack
Links = glänzend klar, rechts = matt klar.

SPF: glänzend klar vs. matt klar
Links: glänzend klar / Rechts: matt klar (SPF)

Das war der Ablauf für Wasserbeize + Klarlack.
Hoffentlich hilft es dir weiter.

Die Oberflächenbehandlung gehört für mich zu den schönsten Teilen des DIY.
Das hier war die wasserbasierte Variante; probier auch mal Ölbeize aus — die hat ihren ganz eigenen Charakter.

Zum Finish mit Watco Oil (Ölbeize) gibt es einen eigenen Artikel (auf Japanisch und Englisch verfügbar; deutsche Version folgt).

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