Es war mein erstes Mal Tapezieren, und der Schwierigkeitsgrad war überschaubar. Wenn du kleine Tapetenreparaturen machen willst, könnte das hier als Referenz nützlich sein. (Du brauchst eigentlich nur ein Cuttermesser und ein Lineal.)
Was repariert werden sollte
Wir haben unser Haus gebraucht gekauft. Über der Badezimmertür war ursprünglich ein kleines Ablageregal montiert. Das Regal haben wir für eine aufgeräumtere Optik entfernt — aber dort, wo es befestigt war, kam die alte (ältere) Tapete zum Vorschein (auf den Fotos unten gut sichtbarer Farb-/Texturunterschied zur umgebenden Wand).
Das Ziel also: diese freiliegenden Streifen so ausbessern, dass sie sich einfügen.


„Chotto Kabegami“-Flickpaneele (Quick-Tapete)
Für die Reparatur verwende ich „Chotto Kabegami“ von Lintec Commerce — selbstklebende Flickpaneele.
Ich habe im Baumarkt eines ausgesucht, dessen Farbe/Textur der umgebenden Wand am nächsten kommt. Pro Packung sind zwei Bögen à 30 cm × 30 cm enthalten (~500 Yen).
Auf der Rückseite ist doppelseitiges Klebeband — zuschneiden, abziehen, aufkleben.


Die Reparatur
Anfangen mit diesem Abschnitt.
Der freiliegende Streifen hat eine unregelmäßige Form, was das passende Zuschneiden des Paneels mühsam macht — also schneide ich den Bereich zuerst zu einem einfachen Rechteck zurecht.

Mit einem Lineal als Führung habe ich entlang der blauen Pfeile im Foto unten geschnitten, um den Bereich in eine einfache Form zu bringen (und die alte, sich ablösende Tapete entfernt).
Die Unterkante lasse ich vorerst — die trimme ich später, indem ich neue und alte Tapete zusammen schneide.

Das Flickpaneel grob passend zuschneiden. (An der Unterkante habe ich ein paar Zentimeter zugegeben — die schneide ich später exakt.)
Nur die obere Hälfte der Schutzfolie abziehen und die Oberkante ankleben.


Obere Hälfte klebt:

Jetzt zur Unterkante: Das Flickpaneel überlappt die alte Tapete. Ein Lineal entlang der Linie anlegen und mit dem Cuttermesser durch beide Lagen auf einmal schneiden.


Jetzt haben neue und alte Tapete eine exakt übereinstimmende Schnittlinie.
Den abgeschnittenen alten Tapetenstreifen darunter abziehen, dann den Rest der Schutzfolie des Paneels abziehen und das Paneel andrücken.

Dieser Abschnitt ist geflickt — sieht ziemlich sauber aus.

Jetzt der Streifen über der Badezimmertür. Der ist nur ein einfaches Rechteck — Paneel passend zuschneiden und aufkleben.


An der Unterkante habe ich wieder den „Doppellagen-Schnitt“-Trick angewandt — neue und alte Tapete zusammen mit dem Cuttermesser schneiden.




Den letzten Abschnitt auf dieselbe Weise repariert.

Fertig!
Aus der Nähe sieht man die Naht, und die Farbe passt nicht hundertprozentig, aber aus normalem Betrachtungsabstand stört es mich nicht.


Dem Produktnamen entsprechend („chotto“ = ein bisschen / mal eben) ist das großartig für kleine Tapeten-Ausbesserungen. Der Selbstklebe-Ansatz ist viel einfacher zu handhaben als Nasskleister.
<Update>
Unabhängig von diesem Artikel: Ich habe kürzlich versucht, selbst Fusuma (japanische Papier-Schiebetüren) neu zu bespannen — das ging nicht gut… Fusuma haben eine viel größere Fläche, und der Kleber ist die nasse Variante (kein doppelseitiges Klebeband). Dieselbe Marke (Lintec Commerce) bietet auch eine selbstklebende Fusuma-Version an, aber ich hatte die Nasskleber-Version. Das Ergebnis hatte Falten. Deutlich schwieriger als Tapeten-Flicken.
(Artikel zum Fusuma-Projekt auf Japanisch — deutsche Version folgt.)

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