Ich habe einen Schirmständer aus Holz für unseren Eingangsbereich gebaut.
Die meisten Schirmständer, die man kaufen kann, sind aus Kunststoff oder Metall — und keiner davon hat wirklich zu unserem Flur gepasst. Also habe ich selbst einen gebaut. Das Holz habe ich im Baumarkt geholt, und weil ich eine helle, luftige Optik wollte, habe ich die natürliche Holzfarbe gelassen. Nass wird das Holz durch die Schirme trotzdem, deshalb kam ein Schutzanstrich drauf — aber ein farbloser.
Das Ergebnis ist genau das, was ich mir vorgestellt hatte: Das helle Naturholz bringt Wärme in den Eingangsbereich. Die Materialkosten lagen bei rund 6.200 Yen (etwa 34 Euro), und der Bau hat zwei Wochenenden gedauert, inklusive Trockenzeit zwischen den Anstrichen.
In diesem Beitrag zeige ich dir die Maße, die Materialkosten und den Zuschnittplan und gehe dann Schritt für Schritt durch Sägen, Zusammenbau und Finish — mit Fotos. Meinen einen echten Fehler habe ich drin gelassen: Ich hätte vor dem Zusammenbau lackieren sollen. Vielleicht erspart dir das denselben Ärger.
Die Idee stammt aus einem Video des japanischen YouTube-Kanals yupinoko’s DIY Life — „DIY für die Regenzeit: Handtuch-Trockenständer & Schirmständer“. Das Video ist auf Japanisch.
Kanal: https://www.youtube.com/@yupinoko
Maße und fertige Optik
Hier ist der fertige Schirmständer mit seinen Maßen.
Breite und Tiefe: 200 mm
Höhe: 600 mm

Es passen etwa vier bis fünf Langschirme hinein. Die Konstruktion lässt sich in Breite, Tiefe und Höhe leicht anpassen — ändere einfach den Zuschnittplan, wenn du eine andere Größe für deinen Flur brauchst.
Material und Werkzeug
Material (insgesamt rund 6.200 Yen / etwa 34 Euro)
| Position | Kosten |
|---|---|
| Holz (gesamt) | 3.500 Yen (etwa 19 €) |
| Holzleim (Titebond) | 680 Yen (etwa 4 €) |
| Finish (Klarlasur auf Wasserbasis) | 1.700 Yen (etwa 9 €) |
| Pinsel | 150 Yen (etwa 1 €) |
| Kleine Edelstahlschale (Tropfschale) | 200 Yen (etwa 1,10 €) |
| Schrauben | Ein paar hundert Yen (ich hatte noch welche da) |
| Schleifpapier | Ein paar hundert Yen (ich hatte noch welches da) |
Verwendetes Werkzeug
- Handkreissäge / Stichsäge
- Akku-Bohrschrauber
- Schraubzwingen
Elektrowerkzeug ist nicht zwingend nötig — mit Handwerkzeug geht es auch. Wenn du das Holz im Baumarkt zuschneiden lässt, reicht ein Akku-Bohrschrauber völlig aus.
Holz und Zuschnittplan
Das Holz habe ich im Baumarkt gekauft.
① 30 mm × 30 mm × 1985 mm japanische Rotkiefer, Kantholz 428 Yen (etwa 2,40 €) × 2
②-1 12 mm × 90 mm × 1820 mm Hinoki-Zypressenbrett 1.480 Yen (etwa 8,20 €) × 1
②-2 12 mm × 90 mm × 600 mm Hinoki-Zypressenbrett 988 Yen (etwa 5,50 €) × 1

So werden diese Teile zugeschnitten.
①: Rahmenteile für den Korpus

②: Latten für die Seiten

Dazu: Den Boden für die Tropfschale habe ich aus Restholz gemacht.

Das Holz zuschneiden
Den größten Teil habe ich mit der Handkreissäge geschnitten.
(Du kannst die Bretter auch gegen eine kleine Gebühr im Baumarkt zuschneiden lassen.)
Gleiche Längen in Serie mit dem Kreissägen-Schlitten
Für dieses Projekt brauchst du viele identische Teile, deshalb habe ich meinen selbst gebauten Kreissägen-Schlitten benutzt.
Wie im Video unten zu sehen: Ein angeklemmter Anschlagklotz sorgt dafür, dass jeder Schnitt exakt gleich lang wird.
Den Bau des Schlittens habe ich im folgenden Beitrag beschrieben. Wenn du eine Handkreissäge hast, kann ich dir so einen Schlitten wirklich empfehlen.

Die Teile sind auf Länge geschnitten.

Schmale Leisten mit Führungsschiene und doppelseitigem Klebeband
Die Längsschnitte für ② passen nicht auf den Schlitten, die schneide ich deshalb mit der Führungsschiene der Kreissäge — so wie auf dem Foto unten.
So schmale Leisten lassen sich kaum sicher festhalten, also habe ich doppelseitiges Klebeband auf die Unterseite geklebt, damit das Werkstück beim Schnitt nicht verrutscht.

Alle Teile sind zugeschnitten.

Mein Fehler: erst lackieren, dann zusammenbauen
An dieser Stelle bin ich direkt mit dem Zusammenbau weitergemacht — dabei hätte ich vorher lackieren sollen.
Es ist eine Lattenkonstruktion, und sobald sie zusammengebaut ist, kommst du mit dem Pinsel kaum noch an die Innenseiten. Und gerade innen landet bei einem Schirmständer das Wasser — genau diese Flächen willst du also versiegelt haben.
Wenn du so einen Ständer baust: gleich nach dem Zuschnitt schleifen und lackieren, danach zusammenbauen.
Die seitlichen Lattenelemente bauen
Die Latten mit Holzleim fixieren
Zuerst habe ich die schmalen Seitenteile zu Elementen zusammengesetzt.
Titebond hält die Latten in Position, während ich arbeite.

Verleimt.

Das Gleiche habe ich für alle vier Lattenelemente gemacht.

Vorbohren, dann schrauben
Als Nächstes die Schrauben.
Ich habe 20 mm lange Schlankkopfschrauben verwendet.

Bohre zuerst vor, damit das Holz nicht reißt. Wer bei so dünnem Material direkt schraubt, spaltet es meistens — diesen Schritt solltest du also nicht auslassen.

Alle vier Lattenelemente sind verschraubt.

Den Hauptrahmen zusammenbauen
Jetzt kommt der Hauptrahmen.
Auf dem Foto sind die Teile nur aufgelegt, noch nicht verbunden.

Von innen verschrauben mit der Kreg Pocket-Hole-Lehre
Du könntest einfach von außen schrauben, aber ich wollte auch die Kreg Pocket-Hole-Lehre ausprobieren, mit der man von innen verschraubt. Die Schraubenköpfe bleiben verdeckt, außen sieht es dadurch sauberer aus. (Du kannst sie auch weglassen — kein Problem.)

Die Kreg Pocket-Hole-Lehre habe ich in diesem Beitrag beschrieben.

Das sind 57-mm-Schrauben.

Die Schrauben werden von innen gesetzt.

Die Lattenelemente schräg verschrauben
Bei den seitlichen Lattenelementen funktioniert die Pocket-Hole-Lehre nicht.
Dort habe ich die Schrauben stattdessen von innen schräg eingedreht.
Zuerst bohrst du schräge Vorbohrungen.
Der Trick beim schrägen Bohren: Setze den Bohrer erst senkrecht an, bohre ein kleines Stück und kippe ihn dann in den gewünschten Winkel.

Für die Lattenelemente habe ich 25 mm lange Mini-Schrauben verwendet.

Dann die Schrauben entlang der schrägen Vorbohrungen eindrehen.

Davon brauchst du zwei.

In U-Form spannen und den Korpus schließen
Stelle die Elemente in U-Form auf, um sie zu verbinden.

Spanne die U-Form mit Zwingen zusammen. Wenn alles fest fixiert ist, geht der Rest deutlich leichter von der Hand.

Vorhin habe ich die Kreg-Lehre benutzt, aber hier ist kein Platz, um von innen zu arbeiten — also ganz klassisch: Schrauben von außen.

An die Lattenelemente kommst du etwas schlechter heran, aber es läuft wie vorher: schräge Schrauben von der Rückseite.

Drei Seiten sind fertig.

Beim Rest genauso vorgehen — und alle vier Seiten stehen.

Den Boden für die Tropfschale bauen
Jetzt zum Boden, der das Wasser auffängt.
Schneide aus Restholz ein Quadrat von 150 mm × 150 mm zu und nimm an jeder Ecke etwa 7 mm als Aussparung heraus.
Ich habe die Stichsäge benutzt, mit einer Handsäge geht es genauso.

Den Boden einlegen.
Er wird nicht befestigt, sondern liegt nur auf — so kann ich ihn zum Reinigen herausnehmen.

So wäre es schon in Ordnung, aber ich habe im 100-Yen-Laden eine kleine Edelstahlschale gefunden und die als Tropfschale eingelegt.
Mal sehen, wie sie sich im Alltag bewährt. Sie liegt nur lose drin — wenn sie sich als überflüssig herausstellt, nehme ich sie einfach wieder heraus.


Damit ist der Zusammenbau fertig.
Schleifen und klar lackieren
Für die Haltbarkeit kommt jetzt das Finish. Ein Schirmständer wird nass, und ein Holzschutzmittel macht beim Thema Lebensdauer wirklich einen Unterschied.
Wie erwähnt wollte ich auch die Innenseiten ordentlich versiegeln — das hätte also vor dem Zusammenbau passieren sollen.
Vorbereitung (Körnung 120 → 400)
Schleife alles vor — erst mit Körnung 120, dann mit 400.

Zwei Anstriche mit farblosem Holzschutz auf Wasserbasis
Ich wollte die natürliche Holzfarbe erhalten, also kam ein farbloses Finish drauf — ein Holzschutzmittel auf Wasserbasis, klar.

Das von mir verwendete Produkt gibt es nur in Japan. Ein vergleichbarer farbloser Holzschutz auf Wasserbasis:

Mit dem Pinsel auftragen.
Ersten Anstrich trocknen lassen, dann den zweiten auftragen.

Fertig
Fertig!

Der Eingangsbereich wirkt jetzt genau so hell, wie ich es mir vorgestellt hatte. Naturholz macht den Raum weicher — das farblose Finish war die richtige Entscheidung.
Fazit
Rückblickend sind das die wichtigsten Punkte.
- Maße: 200 mm breit und tief × 600 mm hoch — Platz für vier bis fünf Langschirme
- Kosten: rund 6.200 Yen (etwa 34 Euro) — 3.500 Yen (etwa 19 €) Holz plus Finish, Leim, Pinsel und Schale
- Holz: 30-mm-Kantholz aus Rotkiefer für den Rahmen, 12 mm × 90 mm Hinoki für die Latten
- Finish: ein farbloser Holzschutz auf Wasserbasis, wenn du die Naturfarbe behalten willst — zwei Anstriche
- Was ich anders machen würde: vor dem Zusammenbau lackieren. Bei einer Lattenkonstruktion kommst du danach kaum noch an die Innenseiten
- Praktisch dabei: ein Kreissägen-Schlitten (gleiche Schnitte in Serie), eine Kreg Pocket-Hole-Lehre (verdeckte Schraubenköpfe) und Zwingen (alles im Winkel halten)
Die Konstruktion ist einfach, die Maße lassen sich also problemlos an deinen Flur anpassen. Wenn du nie einen gekauften Schirmständer gefunden hast, der dir wirklich gefällt: Dieser hier ist ein Wochenende wert.



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