Ich habe mir einen Handyständer aus Holz gebaut, der das Handy auf dem Schreibtisch aufrecht hält.
Kein Leim, keine Holzverbindungen — für DIY-Verhältnisse ein ziemlich einfaches Projekt.
Ehrlich gesagt ist es nur ein Brett mit zwei 8-mm-Löchern und zwei durchgesteckten Rundstäben.
Trotzdem verändert allein die Holzoptik den Eindruck auf dem Schreibtisch.
Ich habe drei Reststücke verwendet, die ich noch herumliegen hatte, und drei Ständer in unterschiedlichen Farben gleichzeitig gebaut. Selbst wenn du das Holz kaufst: ein kleines Brett im Baumarkt kostet ein paar hundert Yen (etwa 2–3 €), und der Rundstab lag bei 206 Yen (etwa 1,10 €) für 900 mm. Damit liegen die Materialkosten unter 1.000 Yen (etwa 5,50 €) pro Ständer.
In diesem Beitrag findest du die konkreten Maße — Brettgröße, Lochpositionen, Länge der Rundstäbe — sowie Zuschnitt, Bohren, Schleifen und Finish, jeweils mit Fotos. Auch den Fehler, der mir erst beim Benutzen aufgefallen ist, habe ich drin gelassen: das Ladekabel passt nicht mehr rein. Lies das lieber, bevor du loslegst.
Fertige Maße und das Ergebnis
Hier zuerst das fertige Ergebnis — drei Ständer aus drei verschiedenen Reststücken.

Der Ständer misst 70 mm breit × 140–150 mm hoch × 8–15 mm dick. Die Reststücke hatten alle unterschiedliche Dicken, deshalb ist keiner der drei Ständer exakt gleich.
So sieht es mit Handy aus. Der Winkel ergibt sich aus Position und Länge der Rundstäbe.

Quer eignet sich zum Videoschauen, hochkant für Benachrichtigungen oder Videoanrufe.
Materialkosten und verwendete Werkzeuge
Material
| Material | Maße / Spezifikation | Kosten |
|---|---|---|
| Brett (bei mir Reststücke) | 8–15 mm dick × 70 mm breit × 140–150 mm lang | 0 Yen (beim Kauf ein paar hundert Yen, etwa 2–3 €) |
| Rundstab (z. B. Ramin) | 8 mm Durchmesser × 900 mm lang | 206 Yen (etwa 1,10 €) |
| Schleifpapier | Körnung 120 / 400 | Ein paar hundert Yen (ich hatte noch Reste) |
| Wachs (optional) | Watco Wax, Natural | Optional (ich habe nur einen der drei gewachst) |
Der Rundstab ist 900 mm lang, pro Ständer brauchst du zwei Stücke von zusammen rund 140 mm. Aus einem Stab werden also etwa sechs Ständer.
Ich habe Reststücke genommen. Wenn du kaufst, ist Kiefer-Leimholz aus dem Baumarkt günstig und leicht zu bearbeiten.
Verwendete Werkzeuge
- Akku-Bohrschrauber (mit Holzbohrern von 2 bis 8 mm)
- Handsäge (zum Ablängen der Rundstäbe)
- Handkreissäge (für die Bretter — eine Handsäge tut es genauso)
- Feile (zum Brechen der Kanten)
- Schleifpapier (Körnung 120 und 400)
Eine Handkreissäge brauchst du nicht, aber ein Akku-Bohrschrauber für die Löcher ist schon sinnvoll.
Falls du dir gerade erst eine Werkzeug-Grundausstattung zulegst, hilft dir vielleicht dieser Beitrag.

Die Reststücke und der Rundstab
Bretter (drei Reststücke)
Das ist die Ausgangsbasis — drei verschiedene Bretter, die von früheren Projekten übrig waren.

Brett ① auf dem Foto ist Kiefer-Leimholz, ③ ist Palisander. Bei ② weiß ich die Holzart nicht mehr, es ist aber ein orangestichiges Laubholz.
Alle drei wollte ich auf etwa 70 mm Breite und 140–150 mm Höhe zuschneiden.
Der Rundstab
Den Rundstab habe ich im Baumarkt gekauft.
8 mm Durchmesser × 900 mm lang — 206 Yen (etwa 1,10 €)
8 mm, weil das Handy einigermaßen stabil stehen sollte.
Und weil ich zufällig schon einen 8-mm-Bohrer hatte.
Das Brett auf Maß zuschneiden
Zuerst Breite und Länge der Reststücke sauber machen. Auf diese Maße habe ich zugeschnitten.

Alle drei sind 70 mm breit geworden. Bei der Höhe habe ich einfach die Originallänge der Reststücke gelassen: 140, 150 und 140 mm.
Die Breite habe ich etwas schmaler als das Handy gewählt — so bekommt man das Handy leichter zu fassen, und es sieht aufgeräumter aus.
Ich habe mit der Handkreissäge geschnitten, aber für drei kleine Ständer reicht eine Handsäge völlig.
Wenn du eine Handkreissäge hast, macht ein Kreissägen-Schlitten rechtwinklige Schnitte an so kleinen Teilen deutlich einfacher. Wie du einen baust, habe ich hier beschrieben.

Zwei Löcher für die Rundstäbe bohren
Lochpositionen
Jetzt kommen die Löcher, durch die die Rundstäbe gesteckt werden. So habe ich sie gesetzt.

20 mm von der Unterkante und 15 mm von jeder Seite.
Die Länge der Rundstäbe wollte ich später beim Probestecken festlegen.
Vom dünnen Bohrer schrittweise aufbohren
Wenn du direkt mit dem 8-mm-Bohrer ansetzt, verläuft er auf der Oberfläche und das Loch sitzt daneben. Also erst mit einem dünnen Bohrer vorbohren.

Leg ein Opferbrett unter. Sonst reißt die Rückseite beim Durchbohren aus und es entstehen große Ausrisse.
Ist das Vorbohrloch da, arbeitest du dich mit immer dickeren Bohrern hoch und gehst zum Schluss auf 8 mm.

Beide Löcher sind gebohrt.

Bei den anderen beiden Brettern genauso vorgehen.
Kanten brechen und schleifen
Die Bretter sind zugeschnitten, aber die Kanten sind scharf und fühlen sich unangenehm an. Also mit der Feile brechen.

Nur leicht abrunden, nichts Dramatisches.
Alle drei Bretter habe ich so bearbeitet.

Rundstäbe einstecken und den Winkel einstellen
Jetzt die Rundstäbe in die Löcher stecken.

So aufgestellt neigte sich das Ganze zu weit nach vorn.

Der Neigungswinkel hängt davon ab, wie weit die Rundstäbe hinten herausstehen. Mehr Überstand hinten heißt: das Brett steht steiler. Weniger heißt: es kippt nach vorn. Das stellst du am besten am realen Teil ein.
Mit der Handsäge die Rundstäbe Stück für Stück kürzen.

Am Ende bin ich hier gelandet.

Vorn 10 mm Überstand, hinten 45 mm. Ein Rundstab ist damit etwa so lang wie die Brettdicke plus 55 mm.
Mit Schleifpapier fertigstellen
Zum Schluss die Oberflächen mit Schleifpapier glätten.
Ich bin in zwei Schritten vorgegangen: Körnung 120 → 400. Die 120er nimmt Kratzer und Bearbeitungsspuren weg, die 400er sorgt für die Haptik.

Rundstäbe wieder rein — damit ist es im Prinzip fertig.

Bonus: einen der drei wachsen
Unbehandelt funktioniert es auch, aber da ich drei hatte, habe ich einen gewachst, um den Unterschied zu sehen.
Verwendet habe ich Watco Wax in Natural.

Etwas Wachs auf einen alten Lappen geben, in Faserrichtung einarbeiten und danach mit einem trockenen Tuch auspolieren. Kein Pinsel, praktisch keine Trockenzeit — Wachs gehört zu den unkompliziertesten Finishes.

Im Vergleich zu vorher hat die Farbe mehr Tiefe und die Maserung tritt deutlicher hervor. Man fasst das Teil ständig an, allein als Schmutzschutz lohnt sich ein Finish.
Die Ölvariante aus derselben Watco-Reihe habe ich hier ausführlicher beschrieben.

Fertig
Fertig! Jetzt kommen sie auf den Schreibtisch.

Und so sieht es mit Handy aus.

Fast schwarzer Palisander, helles Kiefer-Leimholz und dazwischen das orangefarbene Stück — drei Ständer, drei völlig verschiedene Anmutungen. Vielleicht hilft dir das ja weiter.
Alternativ baust du ihn aus Kiefer-Leimholz (ganz rechts im Foto) und lackierst ihn in deiner Wunschfarbe.
Achtung: mit dieser Lochposition passt kein Ladekabel mehr
Ich habe das nicht vorher geprüft und es erst beim Benutzen gemerkt.
Mit den Löchern an dieser Stelle — 20 mm über der Unterkante — bleibt kein Platz, um das Ladekabel einzustecken, während das Handy im Ständer steht. Der untere Rundstab sitzt zu nah an der Unterseite des Handys, für den Stecker bleibt keine Lücke. (Hängt sicher vom Kabel ab, aber trotzdem.)
Wenn du im Ständer laden willst, setz die Löcher höher. Miss vorher den Stecker deines Ladekabels aus und leg die Lochposition danach fest.
Fazit
Kurz zusammengefasst.
- Maße: 70 mm breit × 140–150 mm hoch × 8–15 mm dick. Ab 8 mm Dicke steht es von allein
- Materialkosten: 206 Yen (etwa 1,10 €) für den Rundstab — 900 mm, reicht für rund sechs Ständer — plus Brett. Mit Reststücken praktisch kostenlos
- Bohren: nicht direkt mit 8 mm anfangen. Schrittweise vom dünnen Bohrer aufbohren und ein Opferbrett unterlegen, damit nichts ausreißt
- Winkel: über den hinteren Überstand der Rundstäbe einstellen. Bei mir vorn 10 mm, hinten 45 mm
- Finish: Körnung 120, dann 400. Wachs gibt der Farbe mehr Tiefe
- Was ich anders machen würde: diese Lochposition blockiert das Ladekabel. Wer im Ständer lädt, misst das Kabel aus und setzt die Löcher höher
Kein Leim, keine Holzverbindungen — zwei Löcher und zwei Rundstäbe.
An Werkzeug brauchst du im Grunde nur einen Akku-Bohrschrauber, damit eignet sich das gut als allererstes Holzprojekt.
