Holzdecke selber bauen — eine Decken-Renovierung Schritt für Schritt

Die Zimmerdecke mit massiven Kiefernbrettern verkleiden.

Ich wollte meinem Homeoffice-Zimmer (6 Tatami / etwa 10 m²) ein neues Gefühl geben — also habe ich mir die Decke vorgenommen und sie neu mit Holzbrettern verkleidet.

Dieser Beitrag behandelt Ablauf, Werkzeug, Holz und Kosten einer Deckenverkleidung mit Profilbrettern (Nut und Feder).

Die alte Decke herauszureißen hat etwas Mut gekostet, ging am Ende aber gut.
Die Materialkosten lagen bei rund 30.000 Yen für die Bretter.
Vorher fühlte es sich ziemlich einschüchternd an — „kann ein Hobby-Handwerker das überhaupt?“ — aber in der Praxis war es machbar. Es ist echte Arbeit, klar, aber DIY spart hier viel Geld gegenüber einem Handwerksbetrieb.

Kann ein Laie also wirklich eine Decke neu verkleiden?
→ Ja — wenn du dich darauf einlässt. Die einzelnen Arbeitsschritte sind nicht so schwer.
(Ein Profi hätte an meiner Arbeit sicher einiges auszusetzen…)

Eine Anmerkung zum Werkzeug: Profis arbeiten standardmäßig mit einem Nagler oder Tacker. Ich besitze beides nicht, also habe ich darauf verzichtet.
Ich habe überlegt, extra einen Nagler zu kaufen, aber die sind teuer — also gelassen.
Stattdessen habe ich die Bretter mit Schrauben und Akkuschrauber befestigt.

↓ Dieses Projekt wurde als Kundenbeispiel auf der Website von Hokuō no Mori vorgestellt, wo ich die Profilbretter gekauft habe ↓

https://www.hokuonomori.net/html/page46.html

Inhaltsverzeichnis

Vorher und nachher

Vorher

Vorher: eine Standard-Decke mit weißer Tapete.
Eigentlich hatte ich nichts gegen den Look — ich wurde nur den Wunsch nach einer Holzdecke nicht los.

Vorher: Zimmerdecke mit weißer Tapete vor der Verkleidung mit Holzbrettern
Vorher

Nachher

Nach der Neuverkleidung mit Holzbrettern.

Decke nach der Verkleidung mit Kiefer-Profilbrettern in warmer Holzoptik
Nachher

Beim Blick nach oben hat das Zimmer jetzt die Wärme von Holz über dem Kopf.

So lief es ab.

Abriss der alten Decke

Vorbereitung

Gleich kommen große Gipskartonplatten auf den Boden herunter, also habe ich Boden und Möbel zuerst mit Folie abgedeckt.
Beim Deckenabriss entsteht viel Staub — trag Staubmaske und Schutzbrille.
Bei den Handschuhen lieber dickere Arbeitshandschuhe, um Schnitte zu vermeiden.

Die Deckenleuchte abnehmen.

Bereit für den Abriss.

Die alte Decke herausreißen

Die Gipskartonplatten herunterholen

Zum Start schlägst du mit dem Hammer ein erstes Loch in die Gipskartonplatte.
Dieser erste Schlag kostet Überwindung — schließlich gibt es danach kein Zurück mehr.

Ist das erste Loch da, nutzt du es als Ansatzpunkt und reißt den Rest herunter.
Der Staub rieselt gnadenlos, daher sind Brille + Staubmaske absolute Pflicht.

Nebenbei: Ich habe das im Herbst gemacht, das ging gut. Während der Arbeit kann die Klimaanlage nicht laufen — im Hochsommer oder tiefsten Winter wäre das brutal.

Ohne die Gipskartonplatten konnte ich sehen, dass beim Bau Dämmmatten zwischen die Deckenbalken gelegt worden waren. Die Dämmung lasse ich drin.

Als Nächstes die „Mawari-buchi“ (die Deckenleiste, die rundherum am Übergang von Decke und Wand verläuft — siehe nächstes Foto). Kräftig daran ziehen, dann löst sie sich.

Abriss abgeschlossen.

Abrissschutt: Gipskartonreste und Tapete der alten Decke
Abrissschutt

Entsorgung: Gipskarton darf nicht in den Hausmüll

In Japan gilt gebrauchter Gipskarton als Industrieabfall und muss kostenpflichtig über einen Entsorgungsdienst entsorgt werden.
In den normalen Restmüll darf er nicht. Gut zu wissen, bevor du anfängst.

Übrig gebliebene Klammern entfernen

Die alten Gipskartonplatten waren mit Klammern befestigt (wie große Tackerklammern), und nach dem Abriss stecken diese noch in den Deckenbalken. Sie werden eine nach der anderen herausgezogen.
Ich habe ein kleines Brecheisen benutzt.

Manchmal kommt beim Hebeln nur ein Schenkel der Klammer heraus. Dann gib das saubere Herausziehen auf und kneif sie einfach mit einer Kneifzange bündig ab.

Klammern entfernt. Jetzt kann die neue Holzdecke beginnen.

Deckenbalken von allen Klammern befreit, Abriss abgeschlossen
Abriss fertig

…dachte ich — bis ich dort oben Schimmel entdeckt habe.
Bevor es weiterging, habe ich ihn mit Schimmelentferner („Kabikiller“) eingesprüht.

Holz und Kosten

Für die Verkleidung habe ich „Rotkiefer-Paneele“ (Güteklasse A) gewählt — Profilbretter aus Kiefer.

Jedes Brett: 112 mm breit × 3.900 mm lang × 12 mm dick. Bestellt habe ich online.
Das Zimmer liegt im ersten Stock, und 3.900-mm-Bretter sind dort schwer zu rangieren — also habe ich den Händler gebeten, sie vor dem Versand zu halbieren.

Ich habe die Ausführung mit überlappendem Falz gewählt — siehe Skizze unten. Die Bretter greifen an ihren Längskanten über die Falzlippe ineinander.
(Auf Japanisch heißt die vorstehende Kante ozane und die gefalzte/weibliche Kante mezane.)

Diagramm der Profilbretter mit Falzverbindung, die ineinandergreifen

Bretter: 23.000 Yen. Versand: 1.650 Yen.
(Mit einer anderen Holzart oder niedrigerer Güteklasse ginge es günstiger.)

Die Bretter montieren

Jetzt kommen die Bretter an die Decke.
Das Standardwerkzeug wäre ein Nagler oder Tacker. Ich besitze keinen und wollte mir auch keinen kaufen, den ich kaum wieder benutze — also blieb ich bei meiner üblichen DIY-Ausrüstung: Akkuschrauber und Schrauben.

Einen direkten Vergleich mit dem Nagler habe ich nicht, aber die Methode mit Akkuschrauber und Schrauben hat gut funktioniert.

・Kleber auf die Balken
Trage eine Kleberraupe auf den Balken auf, wo das nächste Brett sitzen wird.
Ich habe „Yuka Shokunin“ verwendet, einen Bodenkleber auf Urethanbasis.

So werden die Bretter befestigt (verdeckte Schrauben)
Damit keine Schraubenköpfe sichtbar sind, werden die Schrauben schräg in die gefalzte (weibliche) Kante des Bretts gedreht, wie in der Skizze unten. Alle weiteren Bretter funktionieren genauso.

Ich hatte vorher schon eine Wandverkleidung mit den gleichen Paneelen gebaut (→ hier), aber damals kannte ich die verdeckte Verschraubung noch nicht und hatte die Schrauben einfach durch die sichtbare Brettfläche gedreht.

Die Schrauben, die ich für die Bretter verwendet habe ↓

Schrauben zur Befestigung der Kiefer-Deckenbretter
Schrauben

Achtung: Ausrichtung des allerersten Bretts

Wegen der verdeckten Verschraubung ist die Ausrichtung des ersten Bretts entscheidend. Drehst du es falsch herum, blockieren die gerade gesetzten Schrauben das Einrasten des nächsten Bretts. (Genau das ist mir passiert — Brett Nr. 1 verkehrt montiert, erst beim Einsetzen von Brett Nr. 2 gemerkt, Brett Nr. 1 neu gemacht.)

Diagramm: Auf die Ausrichtung des ersten Bretts achten, sonst blockieren die Schrauben das nächste
Auf die Ausrichtung des ersten Bretts achten!

Das erste Brett hängt:

Das Zimmer ist breiter als ein Brett lang ist, also habe ich Bretter auf Länge geschnitten und in jeder Reihe zusammengesetzt.
Geschnitten habe ich mit der Handkreissäge — und für dieses Projekt habe ich mir eine Sägeführung (Schneidlade) gebaut.

Dringende Empfehlung: eine Schneidlade / Sägeführung

Dieses Projekt hat mich gelehrt: Wenn du eine Handkreissäge besitzt, bau dir eine Schneidlade dafür.
Obwohl ich eine Handkreissäge hatte, habe ich zum Schneiden meist die Stichsäge benutzt, weil sich die Kreissäge „unheimlich anfühlte“.

Mit der Schneidlade:
・Gerade, genaue Schnitte auf exakte Länge
・Der Angstfaktor sinkt drastisch
Sehr zu empfehlen.

Bauanleitungen gibt es online reichlich; ich habe mich an die YouTube-Videos von „DIY母ちゃん“ (DIY Kaachan) gehalten.

Ab hier läuft es im Grunde so:

Brett auf Länge schneiden → Kleberraupe auftragen → in die weibliche Kante schrauben

Und wiederholen.
Ich habe darauf geachtet, dass benachbarte Reihen nicht an derselben Stelle stoßen — die Stöße versetzt, damit das Auge keine durchgehende Linie wahrnimmt.

Für die Deckenleuchten-Fassung nahe der Mitte habe ich eine Aussparung in das Brett gesägt, wo das Kabel durchkommt, das Kabel durchgefädelt und die Fassung wieder an den Deckenbalken geschraubt.

Die Montagephase der Bretter hat etwa zwei Tage gedauert.
Jetzt noch das letzte Brett.

Nur noch ein Brett — die letzte schmale Lücke in der Decke
Noch eins!

Die letzte Lücke ist schmaler als ein ganzes Brett, also habe ich das letzte Brett längs auf Breite geschnitten.
Das letzte Brett kann keine verdeckte Schraube aufnehmen (keine weibliche Kante zum Hineinschrauben), also habe ich nahe der Wandkante einfach eine normale Schraube durch die Fläche gedreht. (Diese letzte Schraube wird später von der Deckenleiste verdeckt, also egal.)
Holzdecke fertig. Ein echtes Erfolgserlebnis.

Zwischen der neuen Holzdecke und der Wand bleibt rundherum noch ein kleiner Spalt.
Die Deckenleiste verdeckt den Spalt optisch, aber ich wollte echte Luftdichtheit — also habe ich den Spalt zuerst mit Dichtband abgeklebt.

Letzter Schritt: die Deckenleiste.
Ich habe eine 40 × 15 mm Holzleiste aus dem Baumarkt verwendet.
Befestigt mit „Kakushi-kugi“ (versteckbaren Nägeln — siehe unten).

Versteckbare Nägel („Kakushi-kugi“) haben einen Kopf, der nach dem Einschlagen abbricht, wenn man seitlich mit dem Hammer dagegen klopft — der Rest des Nagels bleibt ohne sichtbaren Kopf im Holz. (Fotos unten.)

Leiste fertig.
Decke fertig.

Fertige Kieferndecke mit Leiste und wieder montierter Deckenleuchte

Wie lange hat es gedauert?

Die alte Decke habe ich an einem Wochenende herausgerissen.
Da das auch mein Homeoffice ist, habe ich unter der Woche den Schutt weggeräumt und geputzt, um dort weiterarbeiten zu können — auch ohne Decke war der Rest des Zimmers nutzbar.

Am nächsten Wochenende kamen dann die Bretter an die Decke.
Insgesamt waren es also etwa vier Tage reine Arbeit.

Jetzt, wo die Decke aus Holz ist, bekomme ich Lust, auch die Wände in Holz zu machen.
Vielleicht nächstes Jahr.

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