DIY-Rollstuhlrampe am Hauseingang selber bauen

Ich habe an unserem Hauseingang eine Rampe gebaut, damit ein Rollstuhl für eine Person mit eingeschränkter Mobilität hinein- und hinausgeschoben werden kann.
Vorab ein paar Hinweise:

・Diese Rampe ist nicht für selbstständiges Fahren ausgelegt (sie setzt voraus, dass eine Pflegeperson schiebt).
・Sie entspricht nicht dem japanischen Barrierefreiheitsgesetz.

Bitte versteh das Ganze also als DIY-Beispiel im Sinne von „schau mal, so etwas kann man selbst bauen“ – nicht als normgerechte Konstruktion.

Inhaltsverzeichnis

Das Holz vorbereiten

Für die Lauffläche der Rampe habe ich Café-ita-Bohlen verwendet – dicke japanische Zedernbretter, die im Baumarkt für DIY-Möbel verkauft werden.
Ich habe sie auf 80 cm Breite zugeschnitten.

Auf 80 cm zugeschnittene Zedernbohlen für die Rampenfläche

Für die Stützpfosten habe ich Zedern-Kanthölzer aus dem Baumarkt geholt.

Zedern-Kanthölzer für die Rampenstützen

Für die Balken, die die Lauffläche tragen, habe ich 2×6-SPF-Holz längs aufgetrennt.

2x6-SPF-Holz, das zu Balken aufgetrennt wird

Zugeschnitten mit der Handkreissäge.

Balkenholz wird mit der Handkreissäge geschnitten

Beizen

Bei Innenprojekten gehe ich normalerweise so vor:
zusammenbauen → Finish
So spare ich mir das Streichen der unsichtbaren Teile (faul, aber effizient).
Bei etwas, das wie hier draußen steht, will ich aber jede Fläche schützen – auch die verdeckten. Diesmal also:
Finish → zusammenbauen.

Ich habe eine Holzschutzlasur auf Wasserbasis für außen verwendet. (Der Farbton ist hier „Teak“ – ich habe später aber umlackiert, dazu unten mehr.)

Holzschutzlasur auf Wasserbasis für außen

Aufgepinselt.

Lasur wird aufgepinselt

Und trocknen lassen.

Gebeiztes Holz beim Trocknen

Zusammenbau

Ich fange mit dem schrägen Teil an.

Die Schräge bauen

Die Balken habe ich an den Pfosten geklemmt und den Winkel eingestellt.

Balken festgeklemmt zum Einstellen des Neigungswinkels

Noch im geklemmten Zustand habe ich mit dem Akkuschrauber vorgebohrt,

Vorbohren

und dann mit Schrauben fixiert.
Die Schrauben sind Edelstahl-Terrassenschrauben mit Grobgewinde – derselbe Typ, der üblicherweise für Holzterrassen verwendet wird.
Edelstahl ist hier Pflicht, wegen der Korrosionsbeständigkeit im Außenbereich.

Edelstahl-Terrassenschrauben werden eingedreht

So sieht der Winkel auf der Wandseite aus.

Balkenwinkel auf der Wandseite

Die gegenüberliegende Seite habe ich genauso aufgebaut.
Dabei habe ich laufend mit der Wasserwaage geprüft, dass die Fläche quer im Lot bleibt.

Kontrolle mit der Wasserwaage

Die Lauffläche wird schön eben.

Ebenheit der Fläche bestätigt

Die Bohlen auslegen.
Zwischen den Bohlen habe ich etwa 5 mm Abstand gelassen.

Bohlen mit 5 mm Fugen ausgelegt

Dann habe ich die Bohlen festgeschraubt.
Hier kamen spezielle Terrassenschrauben zum Einsatz.

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Eingedreht habe ich die Schrauben mit dem Schlagschrauber.

Terrassenschrauben werden mit dem Schlagschrauber eingedreht

Der obere Teil ist fürs Erste fertig.

Schräger Teil fertiggestellt

Verstärkung der Unterseite:
Jeden Pfosten habe ich für mehr Steifigkeit zwischen zwei Balken eingefasst.

Balken fassen die Stützpfosten ein

Das untere Rampenende muss sauber auf den Boden auslaufen, also habe ich es schräg abgeschnitten – so:

Unteres Ende schräg geschnitten für den Bodenanschluss

So – liegt sauber auf dem Boden auf.

Rampenfuß liegt bündig auf dem Boden

Dann die Bohlen wie zuvor festgeschraubt.

Festgeschraubte Bohlen auf der Schräge

Damit ist der schräge Teil fertig.

Das ebene Podest bauen

Bis hierhin fehlt noch das ebene Podest zwischen Schräge und Haustür – das kommt als Nächstes.

Lücke zwischen Rampe und Haustür

Das Grundprinzip ist dasselbe wie bei der Schräge.
Zuerst das Holz auf Maß schneiden und beizen.

Zugeschnittenes, gebeiztes Holz für das Podest

Den Grundrahmen so aufbauen:

Grundrahmen für das Podest

Die Bohlen probeweise auf den fertigen Grundrahmen legen.

Bohlen auf dem Grundrahmen aufgelegt

Sieht gut aus (liegt hier noch lose auf – noch nicht verschraubt).
Jetzt wird fixiert.

Passprobe des Podests

Die Terrassenschrauben mit dem Schlagschrauber eindrehen.

Podestbohlen werden verschraubt

An einem Ende blieb eine kleine Lücke, die noch gefüllt werden musste.

Kleine Lücke an einem Ende

Ein Brett mit der Handkreissäge zuschneiden,

Zuschnitt des Füllstücks
Zugeschnittenes Füllstück

und beizen.

Füllstück wird gebeizt

Dann ans Ende geschraubt. Fertig.

Füllstück festgeschraubt

Verstärkung der Unterseite.

Unterseite des Podests

Zusätzliche Balken fassen die Beine auch von innen ein.

Innere Verstärkung des Podests

An Ort und Stelle gesetzt – fertig!

… dachte ich. Der Farbton war für die Umgebung etwas zu hell und stach auf eine nicht so schöne Weise heraus.

Rampe montiert, aber der Farbton sticht heraus

Umlackieren und Stufe ergänzen

Da das Ganze direkt an der Haustür steht, sehe ich es jeden Tag – und die Farbe hat mich gestört.
Also habe ich beschlossen, drüberzulasieren, diesmal im Farbton „Walnuss“.

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Deckschicht aufgetragen.
Stellenweise schimmert noch der hellere Unterton durch, aber ich erkläre es für gut genug.

Rampe in Walnuss umlasiert

Bei der kleinen Stufe vor der Rampe habe ich geschummelt und eine fertige gekauft.

Fertig gekaufte Stufe

An den Rampenanfang gestellt.
Irgendwann möchte ich eine richtige Stufe selbst bauen.

Stufe am unteren Rampenende platziert

Fertig

Fertig!

Die Schräge ist ehrlich gesagt ziemlich steil, und einen Rollstuhl hoch- und runterzuschieben kostet Kraft. Ideal wäre eine längere Rampe mit sanfterer Steigung.
Bei uns war der Platz begrenzt, also ist es das hier geworden.

Fertige Rollstuhlrampe am Hauseingang

Mir ist klar, dass eine DIY-Rollstuhlrampe bei den meisten Lesern wohl nicht auf der Projektliste steht …

… aber die Bauweise ähnelt stark dem Bau einer Holzterrasse.
Ich habe einen älteren Artikel über den Bau einer Holzterrasse aus 2×4-Holz – für Terrassen-Einsteiger eine gute Ergänzung zu diesem hier:

→ Holzterrasse aus 2×4-Holz selber bauen – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Teile den Beitrag gerne!

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