Aus Restholz eines anderen DIY-Projekts habe ich eine kleine Ablage für Ersatz-Toilettenpapier gebaut.
Da ich schon dabei war, wollte ich nicht einfach eine Kiste zusammennageln, sondern eine Holzverbindung ausprobieren: die Fingerzinken (auf Japanisch arare-gumi).
Das Ergebnis ist schlicht, aber die Verbindungen sehen sauber aus und ich bin mit dem Ergebnis richtig zufrieden.
Du brauchst kein besonderes Material — nur ein paar Reste aus Leimholz (Brettschichtholz) aus dem Baumarkt. Außerdem ist es ein angenehm kleines Projekt, um als Einsteiger das Schneiden von Fingerzinken zu üben.
Schauen wir uns an, wie ich es gebaut habe.
Material und Maße
Die Maße des verwendeten Holzes findest du unten. Zwei lange und zwei kurze Leisten bilden einen rechteckigen Rahmen, darunter kommt ein Bodenbrett.

- Leimholz-Leiste 40×20×300 mm … 2 Stück (lange Seiten)
- Leimholz-Leiste 40×20×170 mm … 2 Stück (kurze Seiten)
- Leimholz-Brett (Boden) 170×300 mm … 1 Stück
- Holzleim
- Schleifpapier (#400)
Das sind die tatsächlichen Reste, die ich verwendet habe — übrig gebliebenes Leimholz aus dem Baumarkt.
(Passe die Maße an deine eigenen Toilettenpapierrollen und den vorgesehenen Platz an.)

Ich habe eine echte Rolle Toilettenpapier an das Holz gehalten, um eine Größe zu finden, die gut passt.

Die Leisten auf Maß zuschneiden
Zuerst mit einem Stahllineal messen und die Schnittlinien anzeichnen.

Dann entlang der Markierungen mit der Handkreissäge schneiden.

So ein kleiner Schnitt geht auch mit einer normalen Handsäge, aber mit der Handkreissäge und einem Handkreissägen-Schlitten bekommst du saubere, rechtwinklige Schnitte exakt auf Maß. Das verbessert die Genauigkeit des fertigen Stücks deutlich, daher kann ich es empfehlen.
Meinen Handkreissägen-Schlitten habe ich im folgenden Artikel selbst gebaut — schau gern rein.

Die Leisten sind zugeschnitten.

Die Fingerzinken schneiden
Wenn die Leisten bereit sind, kommt der Hauptteil — das Schneiden der Fingerzinken an den Ecken.
Bei Fingerzinken werden die Enden der Bretter oder Leisten abwechselnd zu Zinken ausgeklinkt, die ineinandergreifen. Die Verbindung kommt ohne Nägel oder Schrauben aus, bietet eine große Leimfläche und ist dadurch stabil — und das abwechselnde Zinkenmuster sieht obendrein gut aus.
Wie auf dem Foto habe ich die Enden der Leisten versetzt angelegt und die ineinandergreifenden Bereiche angezeichnet. Die mit „ד markierten Stellen werden herausgeschnitten.

Mit der Handsäge schneide ich entlang der Linien.

Danach habe ich die ausgeklinkten Stellen mit Stechbeitel und Feile nachgearbeitet.
Aber mein Können hat noch nicht ganz gereicht (haha) und an dieser Stelle passte die Verbindung noch nicht perfekt … Bei Fingerzinken zeigt sich schon ein kleiner Fehler im fertigen Sitz, das ist also eine etwas heikle Arbeit.

Den Sitz mit der Oberfräse genau einstellen
Um mich dem genauen Maß zu nähern, bin ich zur Oberfräse gewechselt. (Du musst keine Oberfräse nehmen — mit geduldigem Feilen kommst du auch ans Ziel.)
Meinen Frästisch habe ich im folgenden Artikel selbst gebaut. Wenn du das Werkstück am Tisch fixierst, arbeitest du sicherer und genauer als mit der Oberfräse aus der Hand.


So bekam ich einen sauberen Schnitt.

Jetzt habe ich die Ecken zusammengesteckt.
Diesmal griffen sie sauber ineinander. Es ist ein schönes Gefühl, wenn die Zinken perfekt zusammenpassen.

Das Bodenbrett zuschneiden
Mit den zu einem Rahmen zusammengesteckten Leisten habe ich das Bodenbrett für die Unterseite ausgemessen. Wenn du erst den Rahmen zusammensetzt und dann misst, bleibt der Fehler klein und das Brett passt genau.

Wie die Leisten habe ich es angezeichnet und mit der Handkreissäge zugeschnitten.

Zur Probe eingelegt. Der Schnitt sieht gut aus.

Schleifen und Verleimen zum Abschluss
Vor dem Verleimen habe ich die Flächen mit #400er Schleifpapier geglättet. Wenn du auch die Kanten leicht brichst, fühlt es sich angenehmer an und sieht sauberer aus.

Wenn alles glatt ist, verleimst du die Teile mit Holzleim. Fingerzinken haben eine große Leimfläche, daher gibt schon der Leim allein genug Festigkeit.

Das Verleimen ist fertig.
Diesmal wollte ich die natürliche Holzstruktur erhalten und habe es daher nicht lackiert. Wenn du magst, kannst du mit Öl oder Wachs das Aussehen verändern.

Fertig — im Einsatz
Ich habe ihn im Bad aufgestellt und Toilettenpapier daraufgelegt.
Was meinst du? Die natürliche Holzstruktur und die Fingerzinken geben einem schlichten kleinen Stück genau den richtigen Akzent.

Fazit
Diesmal habe ich aus Restholz mit einfachen Fingerzinken einen Toilettenpapierhalter gebaut.
Statt nur eine Kiste zusammenzunageln, hat der zusätzliche Schritt mit den Fingerzinken für ein richtig befriedigendes DIY gesorgt.
Die Fingerzinken sind schlicht, funktionieren aber genauso gut für andere kleine Aufbewahrungsboxen und Organizer — ich hoffe, das gibt dir ein paar Ideen.

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