„Die Oberfräse ist super nützlich, aber ein bisschen unheimlich.“ So ging es mir mit ihr.
Greift der Fräser zu aggressiv ins Holz, kann es einen Rückschlag geben (das Werkzeug springt Richtung Bediener) – die Benutzung hat mich immer etwas nervös gemacht.
Diesmal habe ich deshalb einen Frästisch gebaut.
Fräsarbeiten, die ich früher freihändig gemacht habe, sind jetzt sicherer und genauer.
In diesem Artikel geht es um:
・Was eine Oberfräse überhaupt kann
・Die Vorteile eines Frästischs
・Wie man den Frästisch baut
Über die Oberfräse
Was eine Oberfräse kann
Eine Oberfräse (Kantenfräse) ist ein Elektrowerkzeug, das Holz abträgt.
Sie ermöglicht Arbeiten, die eine Säge nicht kann – etwa Nuten fräsen – und macht DIY damit deutlich spannender.
Je nach Arbeitsgang lassen sich verschiedene Fräser einsetzen.

Die zwei häufigsten Fräsarbeiten sind „Nuten fräsen“ und „Kanten profilieren“:

Fräs-Beispiele aus der Praxis
Beispiele aus früheren DIY-Projekten.
※ Diese Beispiele entstanden ohne Frästisch.
Nuten fräsen (ohne Tisch)
Hier wurde eine Nut für ein Einbauteil in einen Gitarrenhals gefräst.
Die Fräse lief an einer Holzführung entlang, um eine gerade Nut zu schneiden.


(Zum Bau der DIY-Gitarre gibt es einen japanischen Artikel – deutsche Version folgt.)
Kanten profilieren (ohne Tisch)
Hier eine abgerundete Kante, gefräst mit einem „Abrundfräser mit Anlauflager“.

Das Anlauflager rollt an der Werkstückkante entlang und hinterlässt ein Profil wie im Foto.
Verglichen mit einer unbehandelten Kante wirkt das Stück viel eleganter.
Dasselbe von Hand mit Schleifpapier zu machen, wäre eine echte Plackerei.


(Die Fotos zeigen die Beine eines DIY-Nachttischs – japanischer Artikel vorhanden; deutsche Version folgt.)
Nebenbemerkung zur Oberfräse – sie ist laut
Die Oberfräse ist klasse, aber eines wird meiner Meinung nach unterschätzt: wie laut sie ist.
In DIY-YouTube-Videos merkt man das überhaupt nicht.
Beim ersten Einschalten hatte ich Sorge, die Nachbarn zu stören.
(Ich habe mich inzwischen daran gewöhnt … meine Nachbarn vielleicht nicht.)
Ich benutze sie möglichst tagsüber. Wer in einer Wohnung oder dicht an Nachbarn wohnt, sollte das einplanen.
Was ist ein Frästisch?
Bei den Beispielen oben wird die Fräse gehalten und über das Werkstück geführt.
Ein „Frästisch“ dreht das um: Die Fräse ist unter dem Tisch fixiert, und du führst das Werkstück über den Tisch.
Vorteile eines Frästischs
Stabilere Schnitte
Mit fixierter Fräse und bewegtem Werkstück hast du viel mehr Kontrolle. Genauer als freihändig.
Effizienter bei Serienarbeit
Zum Beispiel: „Ich will 10 Kanthölzer anfasen.“ Du schiebst einfach Stück für Stück über den Tisch – schnell, ohne Nachdenken, gleichmäßig.
Die Fräserhöhe wird einmal eingestellt. Danach bekommt jedes Stück dieselbe Tiefe.
Sicherer
Verkantet die Fräse beim Freihandfräsen, kann sie dir bei einem Rückschlag aus der Hand rutschen – beängstigend und potenziell gefährlich.
Ist die Fräse fixiert, sinkt dieses Risiko deutlich.
Mein DIY-Frästisch (fertig)
Hier der Frästisch, den ich gebaut habe.
(Die Werkbank darunter ist gekauft. Der Frästisch selbst wird bei der Arbeit daran festgeklemmt.)

Die Fräse wird an der Tischunterseite montiert:

Fräse einschalten und das Werkstück am Anschlag entlangschieben.

Gefräste Nut:

Hier die Bauschritte.
Den Frästisch bauen
Die Tischplatte vorbereiten

Für die Tischplatte:
Leimholzplatte 300 mm × 600 mm × 13 mm aus dem Baumarkt.
Ursprünglich wollte ich Sperrholz nehmen, aber der Baumarkt hatte keine ebenen (unverzogenen) Platten vorrätig. Im Leimholz-Regal gab es das Passende zum gleichen Preis, also wurde es das.

Die Original-Grundplatte der Fräse wie gezeigt abnehmen. Die „Hülse, die den Fräsenkörper hält“, wird an der Tischunterseite montiert.

Die Tischplatte mit demselben Lochbild wie die Fräsen-Grundplatte bohren, damit die Fräsenhalterung angeschraubt werden kann.

Ich verwende Senkkopfschrauben.
Die Löcher mit einem größeren Bohrer ansenken, damit die Schraubenköpfe bündig sitzen.
(Stehen sie über, stören sie beim Fräsen.)



Die Fräsenhalterung ist montiert.

Der Fräsenkörper wird so hineingeschoben:

Den Anschlag bauen

Für den Anschlag wollte ich Kantholz mit ca. 40 mm × 40 mm, aber das Kantholz im Baumarkt war verzogen – als Anschlag unbrauchbar.
Also habe ich zwei Leimholzleisten mit 60 mm × 24 mm zum Anschlag verleimt:

In den Anschlag kommt eine Aussparung, damit der Fräser Freiraum hat:

Zuerst grob mit dem Bohrer ausgebohrt.
(Das Malerkrepp am Bohrer ist eine Tiefenmarkierung für gleichmäßiges Bohren.)



Die Form mit dem Stechbeitel nachgearbeitet.


Für den letzten Feinschliff der Aussparung kam die Fräse selbst zum Einsatz.


So sieht das aus:

Der Anschlag ist fertig.
Den Anschlag am Tisch montieren

In die Tischplatte kommen Gewindeeinsätze (Einschlagmuttern „Oni-me“ – sie schaffen im Holz ein Schraubgewinde). Ich habe welche mit 4 mm Durchmesser verwendet.
Damit lässt sich der Anschlag festschrauben.

Der Anschlag ist für meine Schrauben zu dick, also habe ich die Auflagefläche der Schraubenköpfe ausgedünnt:

Die Auflage mit einem Forstnerbohrer ausgebohrt.


Jetzt passen die Schrauben:


Fertig!
Probelauf
Zeit, auf dem neuen Tisch tatsächlich Nuten zu fräsen.

Nut gefräst. (Beim ersten Versuch noch mit ordentlich Graten.)

Die Grate abgeschliffen.

Stabiler, genauer Schnitt auf dem neuen Frästisch. Ich freue mich darauf, ihn in echten Projekten einzusetzen.
Die Oberfräse ist klasse, aber das Rückschlagrisiko hat mich immer angespannt. Mit dem Frästisch ist es spürbar sicherer.
Verwandter Artikel: Einfaches Oberfräsen-Upgrade – breitere Acryl-Grundplatte.

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