Diesmal habe ich einen Kinderstuhl gebaut, nach dem Vorbild eines Stuhls, den die Eltern meiner Frau bei sich zu Hause hatten.
Stellt man ihn auf den Kopf, ändert sich die Sitzhöhe — so passt er für alle, vom Baby bis zum Vorschulkind.
Auf die Seite gelegt taugt er außerdem als Tritthocker. Ein echter Multifunktionsstuhl also.
Du brauchst nur ein einziges Brett dafür.
Die Zuschnittmaße und eine Materialliste habe ich auch dazugepackt — probier es einfach aus.
Material und Werkzeug
■ Benötigtes Material und Werkzeug
・Holz: 350 mm × 910 mm × 18 mm stark (Leimholzplatte aus Kiefer oder Ähnliches) × 1 Brett
・Akkuschrauber
・Handkreissäge (eine Handsäge geht auch; oder lass dir das Holz im Baumarkt zuschneiden)
・Schrauben: 3,8 mm Durchmesser, 28 mm lang, Terrassenschrauben mit Grobgewinde (ähnliche Größe ist auch okay)
・Handsäge (zum Kürzen der Holzdübel, die die Schraubenköpfe verdecken — am besten eine Säge ohne Schränkung; Erklärung weiter unten)
・Schleifpapier fürs Finish (Körnung #120, #240, #400)
■ Praktisch, aber optional
・Exzenterschleifer (macht das Schleifen deutlich leichter)
・Oberfräse / Kantenfräse (für die abgerundeten Kanten — geht zur Not auch nur mit Schleifpapier)
Zuschnitt und Zusammenbau
Ich habe eine Leimholzplatte aus Kiefer verwendet.
Dieses Material gibt es in Japan in fast jedem Baumarkt.
Ich mag den hellen Farbton und nutze es daher ziemlich oft für DIY-Projekte.
Die Bretter zuschneiden
Ich habe die Platte in 4 Teile mit den unten gezeigten Maßen geschnitten.
Dafür habe ich eine Handkreissäge benutzt.
(Du kannst dir auch beim Holzkauf im Baumarkt alles passend zuschneiden lassen.)
Aus einer einzigen Platte mit 350 mm × 910 mm × 18 mm bekommst du alle 4 Teile heraus.

(Die Brettstärke beträgt 18 mm.)
Probeweises Zusammenstecken der Teile (noch ohne Befestigung).
Die Maße passen.

Flachdübel-Verbindung (optional — kannst du gern überspringen)
Normalerweise würde ich die Teile einfach verschrauben, aber zum Spaß habe ich diesmal eine Flachdübel-Verbindung (Biscuit-Verbindung) ausprobiert.
※ Diesen Schritt kannst du problemlos auslassen.
Ehrlich gesagt fand ich die Verbindung selbst mit Flachdübeln allein nicht stabil genug, sodass ich am Ende doch noch Schrauben ergänzt habe.
Das Spezialwerkzeug für diese Verbindung heißt „Flachdübelfräse“ (Lamellofräse). Ich besitze keine, aber es gibt einen speziellen Fräser, mit dem eine normale Oberfräse Flachdübel-Schlitze fräsen kann — den habe ich verwendet.

Mit dem Flachdübel-Fräser einen Schlitz in die Schmalseite des Bretts fräsen.

Schlitz fertig.

Für den passenden Schlitz auf der Fläche des anderen Bretts habe ich einen normalen Nutfräser verwendet.

Titebond-Holzleim in den Schlitz geben, einen Flachdübel einsetzen,

und zusammenbauen.

Verschrauben + Schraubenköpfe verstecken
Jetzt wird alles mit Schrauben fixiert.
Die Schraubenköpfe möchte ich verstecken — teils der Optik wegen, teils damit sich kein Kind die Hand daran aufkratzt.
Hier ein Schema, wie die Schraube in einer Senkbohrung verschwindet, die anschließend mit einem Holzdübel verschlossen wird:

Schrauben: 3,8 mm Durchmesser × 28 mm lang, Terrassenschrauben mit Grobgewinde — gekauft im Baumarkt.

Das Vorbohrloch mit dem Akkuschrauber bohren.
Fang mit einem dünnen Bohrer an (~1,5 mm). Ein kleiner Bohrer lässt sich leichter exakt auf der Markierung ansetzen.

Um den Schraubenkopf zu verstecken, senke ich das Loch in die Oberfläche ein.
Der Schraubenkopf hat gemessene 8 mm Durchmesser:

Also senke ich mit einem 10-mm-Bohrer bis zur gezeigten Tiefe.
Das gelbe Kreppband am Bohrer dient als Tiefenmarkierung.

Direkt mit 10 mm zu bohren, verläuft leicht — deshalb die Bohrergrößen schrittweise steigern (z. B. 1,5 → 4 → 8 → 10 mm).
Das nächste Foto zeigt den 8-mm-Schritt.
Bis zur Kreppband-Tiefe bohren.

Die finale 10-mm-Senkbohrung ist fertig.

Die Schraube unten in der Senkbohrung eindrehen.

Sitzt die Schraube, Holzleim ins Loch geben,

und einen 10-mm-Holzdübel hineindrücken.
Holzdübel bekommst du im Baumarkt.

Jetzt den überstehenden Teil des Dübels absägen.

Für diesen Schnitt funktioniert eine japanische Zugsäge ohne Schränkung wunderbar.
(Hast du keine Säge ohne Schränkung, säge einfach mit einer normalen Säge und arbeite mit Schleifpapier nach.)
<Was ist die „Schränkung“ einer Säge?>
„Schränkung“ bezeichnet die Art, wie Sägezähne leicht abwechselnd nach links und rechts gebogen sind.
Diese Biegung lässt das Blatt sauber durchs Holz gleiten und verhindert, dass Sägemehl die Schnittfuge verstopft.

Eine Säge ohne Schränkung sägt langsamer, dafür aber exakt in einer Ebene.
Beim bündigen Absägen eines Dübels wie hier bedeutet die fehlende Schränkung: Die Säge verkratzt die umliegende Oberfläche nicht.
Die Säge ohne Schränkung, die ich hier benutzt habe, ist die „Z-Saw Handy 160″.
In meinem Baumarkt vor Ort habe ich keine gefunden, also habe ich sie online bestellt.
Dübel bündig abgesägt. Damit ist der Schritt „Schraube + Dübel“ abgeschlossen.

Finish (Kanten runden, Schleifen, Wachs)
Der Zusammenbau ist fertig. Die letzten Schritte:
・Kanten abrunden
・Schleifen
・Wachsen
Kanten abrunden
Da der Stuhl für ein Kind ist, möchte ich der Sicherheit zuliebe weichere Kanten.
Ich habe einen Abrundfräser in der Oberfräse verwendet.
※ Ohne Oberfräse kannst du die Kanten auch mit Schleifpapier brechen.

Kanten sind abgerundet.
Ich benutze eine Kantenfräse von Ryobi (in Japan inzwischen unter der Marke Kyocera). Sie gilt als preiswertes, einsteigerfreundliches Gerät — und das deckt sich mit meiner Erfahrung:

Wo die Fräse nicht hinkam (Innenecken), habe ich mit einer Holzraspel von Hand abgerundet.
(Im Nachhinein hätte ich diese Kanten vor dem Zusammenbau runden sollen … Lektion gelernt.)

Die Holzraspel, die ich benutzt habe:
Sie trägt ordentlich Material ab.
Schleifen
Der letzte Schleifgang.
Ich habe einen Elektroschleifer benutzt, aber bei einem Stück dieser Größe geht Handschleifen mit Schleifpapier genauso gut.

Ich habe mich durch die Körnungen #120 → #240 → #400 gearbeitet.
Niedrigere Körnungszahlen = gröber; höhere Zahlen = feiner.
Für Möbel-Finish oder als Vorbereitung fürs Streichen reicht es in der Regel, bis etwa #400 zu gehen.

Wachs
Ich lasse das Holz unbehandelt hell und finishe mit einem farblosen Wachs.
Verwendet habe ich Watco Wax (farblos).
Du könntest auch beizen und mit Klarlack überziehen — das ist eine genauso gute Alternative.

Das war ein alter Restbestand aus meiner Werkstatt — bei der Recherche jetzt (Sep 2024) scheint Watco Wax W-15 nicht mehr erhältlich zu sein.
Auf der offiziellen Watco-Seite heißt es: „Aus verschiedenen Gründen stellen wir dieses Produkt ein, sobald der aktuelle Bestand aufgebraucht ist.“
Wenn du ein ähnliches farbloses Wachs-Finish möchtest, ist Turner Color „Antique Wax — Clear“ eine solide Alternative:
Mit dem Pinsel aufgetragen (Einreiben mit einem Lappen geht auch).
Das Holz wird dabei etwas dunkler — wie nasses Holz.

Nach etwa 30 Minuten mit einem sauberen Lappen auspolieren.

Fertig
Fertig!

Wie unten zu sehen: Den Stuhl auf den Kopf stellen, und schon ändert sich die Sitzhöhe.
Er macht sich auch prima als kleiner Tritthocker.

Dieses Projekt ist einsteigerfreundlich. (Den Abschnitt mit den Flachdübeln kannst du getrost weglassen.)
Wie wäre es — bau doch eins für die Kids?




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