Ich wollte den Bereich neben dem Bett aufräumen — mit einem schicken kleinen Nachttisch.
Die Aufbewahrungsbox aus Pappe, die den Job bisher gemacht hat, war völlig zerschlissen — und ich habe so getan, als würde ich es nicht sehen. Zeit, das mit einem DIY-Projekt zu ändern.
Plan und Holz
Der traurige Zustand der bisherigen Nachttisch-Box
Das Foto unten zeigt die Box, die bisher als Ablage neben dem Bett diente.
Nach Jahren der Nutzung endgültig eingerissen — jedes Mal, wenn ich sie ansah, sank mein Selbstwertgefühl ein Stück.
Um das zu ändern, baue ich einen richtigen Nachttisch aus Holz.

Das Ziel: „schick“
Dieses Stück soll wirklich gut aussehen. Zwei feste Vorsätze für dieses Projekt:
1. Schlanke, konisch zulaufende Beine
DIY-Tische enden oft mit klobigen Beinen, was diesen „selbstgebaut aus Kanthölzern“-Look ergibt. Ich verjünge die Beine, damit sie elegant wirken.
2. Hartholz verwenden
Holz teilt sich grob in Nadelholz und Laubholz (Hartholz).
Nadelhölzer (Zeder, Hinoki-Zypresse, Kiefer) sind leicht zu bearbeiten und günstig, deshalb dominieren sie im Hobby-DIY.
Harthölzer (Eiche, Esche, Ahorn) sind dichter und schwerer, schwieriger zu bearbeiten — aber Maserung und Oberfläche sehen deutlich schöner aus, und das Ergebnis ist langlebig. Hochwertige Möbel bestehen aus Hartholz.
Dieses Stück ist klein, daher sprengt Hartholz das Budget nicht.
Die gesamten Holzkosten lagen am Ende bei 9.400 Yen (Aufstellung unten).
Das Holz
Das Hartholz hat die Kosten etwas erhöht, aber das fertige Ergebnis hat es voll gerechtfertigt.
Das Holz habe ich online beim Marutoku Shop bestellt.
Auch wenn du bei Harthölzern nicht weißt, wo du anfangen sollst: Dort gibt es Fotos und Beschreibungen, die die Auswahl erleichtern. (Ich lerne hier auch noch dazu.)
Ich habe mich für Birke entschieden (japanisch „Kabazakura“ — wörtlich „Birkenkirsche“, obwohl es keine Kirsche ist).
Die Platte oben ist ein massives Brett aus einem Stück, der Rest ist Leimholz. Größen und Preise unten ↓
Amerikanische Birke, massiv 11×250×400 mm 2.680 Yen
Birken-Leimholz 20×210×360 mm 1.990 Yen
Birken-Leimholz 20×60×900 mm 2.260 Yen
Birken-Leimholz 20×60×1.100 mm 1.370 Yen
Versand 1.100 Yen
Gesamt 9.400 Yen

Das fertige Ergebnis
Fertig. Bemessen für eine Taschentuchbox plus ein paar Kleinigkeiten.
(Im Nachhinein hätte das Staufach einen Tick größer sein können…)


So ist er entstanden.
Die Holzbearbeitung
Zuschnitt
Das Holz habe ich mit der Handkreissäge auf Maß geschnitten.
Die vier Beine müssen exakt gleich lang sein, sonst wackelt der Tisch — hier habe ich besonders sorgfältig gearbeitet.
Trick: Bretter mit der Handkreissäge auf identische Länge schneiden
Richte einen Anschlagklotz ein wie im Foto, lege jedes Brett am Anschlag an und schneide. Jedes Mal die gleiche Länge.
Alle Beine sind gleich lang geworden (nächstes Foto).
Die übrigen Teile bekamen die gleiche Kreissägen-Behandlung.


Die Beine habe ich verjüngt, sodass sie am Fuß schlanker sind als oben.
Schlanke Beine waren ein zentrales Ziel!


Frisch von der Säge sind die Beinkanten noch scharf. Um sie weicher zu machen, habe ich die Kanten mit der Oberfräse abgerundet.
Eine Oberfräse hebt ein DIY-Stück wirklich auf ein neues Niveau.
Kanten lassen sich natürlich auch von Hand mit Schleifpapier runden, aber das dauert ewig.
[Nachtrag] Damals besaß ich noch keine, inzwischen benutze ich eine Oberfräse von Kyocera (ehemals Ryobi).
Gekauft nach Online-Bewertungen — ein angenehmes Werkzeug.

Abrundfräser einspannen und an den Kanten der Beine entlangführen.



Sieht gut aus — bis auf einen Fehler!
Ich habe die Rundung bis ganz oben ans Beinende gefräst. Dadurch war nach dem Zusammenbau oben an jedem Bein ein unschöner Spalt sichtbar (nächstes Foto).
Passiert ist passiert — die Spalte fülle ich später mit Holzspachtel.
Immerhin habe ich es schon beim ersten Bein gemerkt. (Immer positiv denken, das bin ich.)
Alle vier Beine abgerundet.
Verbindungen — mit Flachdübeln
Flachdübel-Schlitze fräsen
Für die Verbindungen der Platten verwende ich Flachdübel (Biscuits). (Tatsächlich zum ersten Mal.)
Flachdübel sind kleine Plättchen aus gepresster Buche, geformt (ja) wie Kekse.
Die Verbindung ist stärker als mit Runddübeln, und sie zentrieren sich selbst — das Ausrichten ist viel einfacher.
Der Haken: Das Standardwerkzeug — eine spezielle Flachdübelfräse — kostet rund 30.000 Yen, was mich bisher von dieser Technik ferngehalten hat.

Flachdübel ohne Flachdübelfräse — die Oberfräse als Ersatz
Ich hatte gehört, dass man Flachdübel-Schlitze statt mit der Spezialmaschine auch mit der Oberfräse und einem speziellen Nutfräser schneiden kann — also habe ich es ausprobiert.
Ich habe einen Flachdübel-Fräser mit dem passenden Profil gekauft.

Der Fräser kommt mit drei wechselbaren Anlauflagern, sodass sich Schlitze für drei Flachdübel-Größen fräsen lassen.
Ich habe die kleinste verwendet, Größe 0.

In die Oberfräse einspannen und einen Schlitz fräsen.

Schlitz gefräst — und der Flachdübel sitzt stramm.


Passende Schlitze ins Gegenstück fräsen, dann eine Stellprobe.



Sitzt sauber. Die Oberfräse als Ersatz für die Flachdübelfräse hat funktioniert.
Als Nächstes kommt das Verleimen — aber vorher ein kleiner Umweg, um einen Teil der Bodenplatte dünner zu machen.
Umweg: einen Teil der Bodenplatte ausdünnen
Ich möchte innen ein kleines Staufach.
Das Problem: Ich hatte das Fach etwas zu flach geplant, und eine Taschentuchbox passte nicht aufrecht hinein.
Zur Rettung dünne ich die Bodenplatte lokal aus — genau dort, wo die Taschentuchbox stehen wird.
Das ist der linke Bereich im Foto.

Ich habe mit der Handkreissäge viele flache Schnitte gesetzt, um den Bereich in dünne Streifen zu zerteilen, und die Streifen dann mit dem Stemmeisen herausgestemmt.



Dann glatt schleifen.
Nicht makellos, aber diese Fläche ist von außen nicht sichtbar — passt also.
Verleimen
Titebond in die Flachdübel-Schlitze geben und alles verleimen.
(Beim Verleimen sollte man eigentlich spannen. Einige meiner Fugen waren länger als meine Zwingen reichen — dort habe ich auf den Anpressdruck einfach verzichtet…)




Herausgequollenen Leim abwischen und aushärten lassen.
(An dieser Stelle habe ich mir Covid eingefangen — das Projekt pausierte etwa zwei Wochen…)

Nacharbeiten: mehr Rundungen und Spachtel
Die Innenkanten nachträglich abrunden
Beim Blick auf die getrockneten Beine störten mich die noch scharfen Innenkanten — also habe ich nachträglich alle vier Kanten jedes Beins abgerundet.



Rundung ergänzt.
Ja — viel schöner.

Der Übergang, wo die neue Rundung beginnt (nächstes Foto), ging nicht sauber in die bestehende Fläche über — das musste ich nacharbeiten.

Die Stufe zuerst mit einer groben Raspel abgetragen, dann mit Schleifpapier verfeinert.
Jetzt ein glatter Übergang.



Die Spalte füllen
Für die Spalte an den Verbindungen (weil ich die Bein-Rundung zu weit nach oben gefräst hatte) habe ich Holzspachtel verwendet.
Ablauf: [Spachtel eindrücken → aushärten lassen → bündig schleifen]


Ich habe eine Epoxid-Spachtelmasse für Holz verwendet.

Nur so viel Masse abnehmen wie nötig und die zwei Komponenten verkneten. ※ Nitrilhandschuhe tragen.
In die Spalte drücken.
Bei den schmalen Spalten habe ich das umliegende Holz zuerst mit Malerkrepp abgeklebt, damit die Spachtelmasse nicht auf Flächen schmiert, wo sie nicht hingehört.
Krepp abziehen, Spachtel aushärten lassen.
Der Endschliff kommt später bei der Gesamtvorbereitung, also lasse ich die Masse vorerst überstehen.
Die Deckplatte bearbeiten
Die Deckplatte braucht einen länglichen Schlitz zum Herausziehen der Taschentücher. Den fräse ich.
Für einen sauberen Schnitt mit präziser Form habe ich zuerst eine Schablone aus MDF gebaut und sie als Frässchablone benutzt.
Was MDF ist? Im Februar 2023 gab mir das damals viel diskutierte neue Tool „ChatGPT“ diese Antwort:
„MDF steht für Medium-Density Fiberboard, also mitteldichte Faserplatte. Sie wird für Möbel und Baumaterialien verwendet. Sie ist dicht, leicht zu bearbeiten und hat eine ebene, gleichmäßige Oberfläche.“
Den Schlitz der MDF-Schablone mit der Stichsäge aussägen.
Schablonen-Schlitz fertig.
Die Schlitzkanten der Schablone glatt schleifen, dann die Schablone auf der eigentlichen Deckplatte befestigen.
11 mm Massivholz in einem Durchgang zu fräsen verlangt dem Fräser viel ab — um die Oberfräse zu entlasten, habe ich den Großteil des Materials vorher mit der Bohrmaschine herausgebohrt.
Selbstzufriedenes Nicken meinerseits. „Schritt für Schritt, vorausgedacht, clever“ — dachte ich. Kurz…

…bis ich die Platte umdrehte und die Rückseite sah.
Massive Ausrisse. Autsch.

Ich tat erst mal so, als hätte ich das nicht gesehen (fragwürdige Entscheidung), und machte mit dem Fräsen weiter.
Die MDF-Schablone diente als Führung.
Das Fräsen lief gut. (Zumindest von der Vorderseite.)
Und die Rückseite sieht noch so aus ↓ — abschleifen, um das Schlimmste vorzeigbar zu machen.
Nicht perfekt, aber das ist die Unterseite des Deckels — gut genug.
Wie hätte ich die Ausrisse auf der Rückseite vermeiden können?
Der Bohrer hat die Rückseite der Platte ziemlich übel ausreißen lassen.
Was hätte ich tun sollen? Ein Trick: Vor dem Bohren ein Opferbrett hinter das Werkstück spannen — bohrt man in das Opferbrett hinein, reißt die Rückseite des Werkstücks nicht aus.
(Es gibt sicher noch bessere Techniken — ich lerne weiter.)
Oberflächenbehandlung mit Briwax
Vor der Behandlung gründlich schleifen — diesen Schritt nicht auslassen. Das Schleifen entscheidet darüber, ob das Finish sauber wird.
Verwendete Körnungen: 120 → 240 → 400.
(Höhere Zahl = feinere Körnung. Nur Körnung 240 reicht auch.)
Bisher habe ich für alles Watco-Öl verwendet, aber bei diesem Projekt probiere ich Briwax aus.
„Briwax / Antique Brown“ (toluolfrei).
Es heißt zwar „Wachs“, ist aber eigentlich ein eindringendes Finish, das ins Holz einzieht und es färbt — die gleiche Kategorie wie Watco-Öl.
Laut Anleitung trägt man es mit Stahlwolle auf, aber die habe ich nicht (haha) — also habe ich einfach einen Lappen genommen und es in die Oberfläche eingearbeitet.



Nach dem Auftragen habe ich mit einem Küchenschwamm poliert.
Der letzte Schritt: mit einem sauberen Lappen so lange nachwischen, bis der Lappen keine Farbe mehr aufnimmt. ← Das ist der Trick, damit das Finish später nicht auf Kleidung oder andere Dinge abfärbt.


Die Farbe ist richtig schön geworden, finde ich.
Briwax trocknet schneller als Watco-Öl — wer ein Stück zügig fertigstellen will, ist mit Briwax schneller am Ziel.
Scharniere und letzte Handgriffe
Der Deckel soll sich aufklappen lassen, also montiere ich Scharniere.
Die Scharniere mit Malerkrepp in Position fixieren, Löcher vorbohren, Schrauben eindrehen.



Scharniere montiert.
So würde der Deckel aber ganz aufschwingen und umkippen — deshalb habe ich einen Deckelhalter (Stopp-Beschlag) ergänzt.
Diesen kleinen Beschlag habe ich im Baumarkt besorgt:


Ein Ende wird an die Deckelunterseite geschraubt, das andere innen an den Korpus. Der Deckel bleibt jetzt im geöffneten Winkel stehen.
Fertig!!
Die schlanken, konischen Beine geben genau den Look, den ich wollte — das Stück wirkt edler als ein typischer Hobby-DIY-Tisch.
Und ehrlich: Hartholz sieht einfach besser aus.
Ein Nachttisch, mit dem ich sehr zufrieden bin.



























Kommentare