Die GoPro ist die ikonische kleine, leichte Actionkamera.
Ich habe mir eine zugelegt, um Band-Aufnahmen zu filmen und mich an YouTube-Videos zu versuchen.
(Gekauft habe ich die GoPro HERO10.)
Der Haken: GoPro nutzt eine eigene proprietäre Halterung, man braucht also im Grunde ein spezielles GoPro-Stativ.
Das heißt: ein zweites Stativ kaufen, zusätzlich zu dem, das man schon hat.
Ein vorhandenes Stativ ungenutzt zu lassen erschien mir unsinnig — also baue ich mir einen Adapter, mit dem die GoPro auf ein Standardstativ passt.
So funktioniert die GoPro-Halterung
Ein kurzer Blick auf das Halterungsdesign.
Die meisten Kameras und Camcorder haben unten ein Stativgewinde — typischerweise ein 1/4-Zoll-Innengewinde.
Die GoPro hat dieses 1/4-Zoll-Gewinde unten nicht — sie passt also nicht direkt auf ein Standardstativ.
Hier die Unterseite der GoPro:

Mitgeliefert wird eine proprietäre GoPro-Halterung.

Für meinen Adapter muss zuerst die Originalhalterung von der Unterseite der GoPro ab.

Sie ist mit 4 Torx-T5-Schrauben (Sternform) befestigt — mit einem T5-Schraubendreher lösen.
Originalhalterung entfernt:

Den Stativadapter bauen
Der Plan: Der neue Adapter wird an denselben 4 Schraubenlöchern befestigt wie die Originalhalterung.
Entwurf
Als Material habe ich im Baumarkt eine Aluminium-Flachstange 5 mm × 15 mm besorgt. Kosten: etwa 380 Yen (ca. 2,50 €).
5 mm Stärke reichen für die Stativschraube, und 15 mm Breite passen perfekt zur GoPro-Unterseite. Die Länge schneide ich mit der Metallsäge zu.

15 mm Breite passen genau zur GoPro:

Der Fertigungsplan:
4 Löcher in den Ecken (2,5 mm Durchmesser), passend zu den 4 Schraubenlöchern der GoPro.
Ein Loch in der Mitte, in das ein 1/4-Zoll-Gewinde geschnitten wird. Dafür braucht es eine 5,1-mm-Vorbohrung.
(Einen 5,1-mm-Bohrer hatte ich nicht da, also habe ich 5 mm genommen — Erklärung unten.)

Die gestrichelt eingekreisten Bereiche im Diagramm sind Aussparungen, die ich ausschleife — auf der GoPro-Seite gibt es kleine Erhebungen, denen der Adapter ausweichen muss.
Fertigung
Jetzt wird der Adapter tatsächlich gebaut.
Anzeichnen
Die Lochpositionen anzeichnen.

Dann jede Markierung mit Körner und Hammer ankörnen, damit der Bohrer nicht verläuft.


Bohren
Die Löcher mit der Bohrmaschine bohren.
(Das nächste Foto stammt vom ersten Versuch — die Löcher sind aus der Mitte gewandert; vom zweiten, erfolgreichen Versuch habe ich vergessen, ein Foto zu machen.)

Löcher gebohrt.
Die Ecklöcher sind leicht aus der Mitte gewandert, also musste ich sie von 2,5 mm auf 3 mm aufbohren, damit die Schrauben fluchten. Für den Eigengebrauch gut genug 😄
…Richtig wäre, mit einem kleineren Bohrer anzufangen und sich schrittweise hochzuarbeiten, damit nichts verläuft — ich habe abgekürzt.
Die Aussparungen über und unter dem Mittelloch weichen den Erhebungen auf der GoPro-Seite aus.

Das 1/4-Zoll-Gewinde schneiden
Jetzt der entscheidende Schritt — das 1/4-Zoll-Stativgewinde ins Mittelloch schneiden.
Einen 1/4-20-Gewindebohrer habe ich im Baumarkt gekauft (ich glaube, um die 700 Yen).
Laut Anleitung soll die Vorbohrung 5,1 mm betragen. Einen 5,1-mm-Bohrer hatte ich nicht, also habe ich 5 mm genommen.
0,1 mm unter Spezifikation — hat aber problemlos funktioniert.

■ Speiseöl als Ersatz für Schneidöl
Die Anleitung verlangt Schneidöl. Maschinenöl besitze ich nicht, also habe ich einfach normales Speiseöl genommen.
Ein Windeisen besitze ich auch nicht — stattdessen kam ein verstellbarer Schraubenschlüssel zum Einsatz.


Ergebnis: Speiseöl funktioniert beim Gewindeschneiden einwandfrei.
Wie es im Vergleich zu echtem Schneidöl abschneidet, kann ich nicht sagen — aber die Gewinde wurden sauber, das reicht mir.
Auf Länge schneiden
Zum Schluss mit der Metallsäge auf Länge schneiden.

Kurz mit der Feile entgraten.
Probesitz an der GoPro-Unterseite. Sitzt sauber.

Montage
Den Adapter an die Unterseite der GoPro schrauben.
Schrauben: M2 × 8 mm aus dem Baumarkt.
(Da ich die Löcher auf 3 mm aufgebohrt habe, lege ich Unterlegscheiben unter.)

Was ich beim nächsten Mal besser machen würde
Die Schraubenköpfe in den Ecken stehen über die Oberfläche der Aluminiumstange hinaus. Sauberer wäre es, jede Ecke anzusenken, damit die Köpfe bündig sitzen — wie im Diagramm unten.
Das Stativ lässt sich trotzdem problemlos montieren, also erkläre ich diese Version für fertig — hauptsächlich, weil das Ansenken fummelige Zusatzarbeit wäre.

Fertig!
Adapter an der GoPro — jetzt aufs Stativ damit.

Auf einem Standardstativ montiert!





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