Die Handkreissäge ist ein Kraftpaket für gerade Schnitte beim DIY-Holzwerken.
Trotzdem finden viele Leute — mich eingeschlossen — sie einschüchternd, besonders als DIY-Anfänger.
Ein selbst gebauter Kreissägen-Schlitten (Führungsschlitten) bringt dir im Vergleich zu Freihandschnitten:
・Deutlich mehr Sicherheit und ein besseres Gefühl beim Schneiden
・Höhere Schnittgenauigkeit
・45-Grad-Gehrungsschnitte (mit einem simplen Zusatzteil)
Wenn du eine Handkreissäge besitzt — bau dir einen. Ohne Übertreibung: Aus „Sägen ist lästig und unheimlich“ wird damit „Ich will jetzt was zusägen“.
Empfohlen für: alle, die eine Handkreissäge haben, sie aber aus Respekt kaum benutzen; alle, die genauere Schnitte wollen; und alle, die 45-Grad-Gehrungsschnitte machen möchten.
Diesmal baue ich einen einfachen Kreissägen-Schlitten, optional erweiterbar für 45-Grad-Schnitte.
[Hintergrund]
Schneide aus Sicherheitsgründen immer mit einer Führungsschiene statt freihändig. (So etwas wie unten gibt es fertig zu kaufen.)
Beim Freihandschneiden verläuft der Schnitt viel leichter, das Blatt verklemmt sich, und es kommt zum „Kickback“ — die Säge schlägt ruckartig nach hinten in deine Richtung.
Das fertige Ergebnis
Hier ist der fertige Schlitten.
Ein ziemlich einfaches Design, aber ich habe die lange Seite mit 70 cm etwas größer als üblich gemacht.
Damit kann ich Platten bis etwa 40 cm Breite zusägen.

Im Netz findest du Schlitten mit allen möglichen Extras. Die Version in diesem Artikel ist bewusst einfach gehalten — für mich ist sie so völlig praxistauglich.
(Ideen habe ich mir bei verschiedenen YouTubern abgeschaut, unter anderem bei „DIY Kaa-chan“.)
Ich habe meinen für die Handkreissäge HiKOKI C6MEY gebaut, aber das Prinzip funktioniert mit jedem Modell.
Außerdem habe ich einen separaten 45-Grad-Aufsatz gemacht (nur ein Stück Sperrholz):

(Nebenbei: Warum meine ersten Kreissägenschnitte nicht so genau waren wie erhofft und was geholfen hat, habe ich in einem eigenen Artikel beschrieben: Warum meine Kreissägenschnitte ungenau waren (trotz Führung) — kauf eine gute Säge.)
Material und Werkzeug
Material

① Grundplatte (Holz)
Nadelholz-Bausperrholz (※1), 24 mm stark, zugeschnitten auf 400 mm × 700 mm (※2)
(※1) Leimholzplatte geht auch. Ich würde mindestens 15 mm Stärke nehmen.
(※2) Die 700 mm lange Seite ist großzügig bemessen. Etwa 500 mm reichen auch. (Länger = breitere Bretter möglich, aber der Schlitten selbst wird größer.)
② Unterleisten (Holz) unter den Gleitschienen
Kantholz 30 mm × 60 mm (wie du die Maße wählst, siehe unten)
Ein Stück × 400 mm Länge
Zwei Stücke × 200 mm Länge
③ Gleitschienen (Aluwinkel)
Rechte Seite: Aluwinkel, 3 mm stark, Schenkel 20 mm × 20 mm (※3), auf 700 mm zugeschnitten
Linke Seite: Aluwinkel, 3 mm stark, Schenkel 20 mm × 10 mm (※4), auf 700 mm zugeschnitten
Ich habe wegen der Steifigkeit 3 mm Stärke genommen, 2 mm sollten aber auch reichen.
(※3) Anfangs hatte ich 25 × 25 mm Winkel, aber bei meiner Säge (HiKOKI C6MEY) schleifte der 25-mm-Schenkel am Gehäuse der Blattabdeckung. 20 × 20 mm ist also besser.
(※4) Gleiche Geschichte — ich hatte 25 × 25 mm gekauft und musste ihn abschleifen, weil er an der Grundplatte der Säge anstieß. Daher 20 × 10 mm.
Wähle die Schienenmaße passend zu deiner Säge.

④ 45-Grad-Platte (optional)
Nadelholz-Bausperrholz, 24 mm stark, ca. 300 mm × 400 mm
(Ich habe den Rest der Grundplatte verwendet.)
⑤ Sägen-Anschlag und Klötze gegen das Aufspreizen der Schienen
Beliebiges Restholz, das du herumliegen hast.
⑥ Schrauben
Holzschrauben 3,8 mm Ø × 57 mm (zum Befestigen der Unterleisten unter den Schienen)
Senkkopf-Holzschrauben 3 mm Ø × 16 mm (zum Befestigen der Aluschienen)
Holzschrauben 2 mm Ø × 30 mm (Spreizschutz-Klötze, Anschlag)
※ Die Größen sind Richtwerte. Ungefähr passend reicht.
Werkzeug
① Handkreissäge
Ich habe den Schlitten um die HiKOKI C6MEY herum gebaut.
② Akkuschrauber
Zum Bohren und Schrauben.
③ Holzleim
Ich habe Titebond verwendet. Jeder normale Holzleim funktioniert.
④ Hammer + Körner
Zum Ankörnen des Aluwinkels, damit der Bohrer beim Ansetzen nicht verläuft (nicht zwingend nötig).
⑤ Selbstzentrierender Bohrer („Center Ippatsu“)
Praktisch unverzichtbar, um die Schrauben exakt mittig in die Schraubenlöcher der Schienen zu setzen. Auch für andere DIY-Projekte nützlich — lohnt sich.
⑥ Silikonspray
Auf die Aluschienen gesprüht, gleitet die Säge deutlich geschmeidiger.
※ Der Unterschied ist wirklich spürbar.
Der Bau des Schlittens
Los geht’s.
Höhe und Position der Unterleisten festlegen
Zuerst die Höhe der Holz-Unterleisten unter den Schienen (Bild unten). Sie ergibt sich aus der maximalen Schnitttiefe deiner Säge.

[Faustregel]: Wähle die Höhe so, dass das Sägeblatt beim Schieben ein paar Millimeter in die Grundplatte einschneidet.
Stell deine Säge auf maximale Schnitttiefe und miss von der Grundplatte der Säge bis zur Blattspitze.
Bei mir waren es etwa 65 mm, also nehme ich 60 mm hohe Unterleisten.
Plus 3 mm Aluwinkel obendrauf → Gesamthöhe 63 mm. Das Blatt schneidet dann rund 2 mm in die Grundplatte ein. Genau richtig.

Als Nächstes: die Position der Unterleisten auf der Grundplatte.
Ich habe sie so platziert, dass die Säge das Werkstück beim Schnitt komplett überqueren kann. Bei mir: 150 mm vom Rand:

Unterleisten befestigen
Stehen Höhe und Position fest, werden die Unterleisten auf die Grundplatte geleimt und geschraubt.
In diesem Schritt musst du nicht pingelig auf perfekte Parallelität oder rechte Winkel achten.
(Entscheidend ist der Winkel der Aluschienen, die später obendrauf kommen — das ist der nächste Schritt.)

Holzleim auftragen.

Die Unterleisten werden von der Unterseite der Grundplatte aus verschraubt.
Die Schraube greift gut 30 mm in die Leiste:

Vorher vorbohren.

Mit einem größeren Bohrer die Oberfläche leicht ansenken, damit die Schraubenköpfe nicht überstehen.


Schrauben eindrehen.
Die Köpfe schließen bündig ab — perfekt:

Das Gleiche für die übrigen Unterleisten.

Alu-Gleitschienen montieren
Jetzt kommen die Aluschienen dran, auf denen die Säge gleitet.
Löcher in die Schienen bohren
Bohre die Befestigungslöcher in den Aluwinkel.
Körne jede Bohrstelle zuerst mit Körner und Hammer an.
So verläuft der Bohrer beim Ansetzen nicht.

Mit der Bohrmaschine durchbohren.

Probeweise eine Schraube eingesetzt — der Kopf steht über die Schienenoberfläche über.
Das ist ein Problem: Die Grundplatte der Säge würde beim Gleiten daran hängen bleiben.

Lösung: das Loch mit einem größeren Bohrer ansenken (ich habe einen 7-mm-Bohrer genommen).


Schraube wieder probeweise eingesetzt — der Kopf sitzt bündig. Passt:

Montage auf der Grundplatte (der rechte Winkel ist entscheidend)
Jetzt werden die Schienen auf der Grundplatte montiert.
※ Dieser rechte Winkel ist entscheidend ※
Der im Foto unten gezeigte rechte Winkel muss absolut exakt stimmen.
Sitzt er, liefert dein Schlitten perfekt rechtwinklige Schnitte.

Das ist der knifflige Teil. Für die nötige Genauigkeit würde ich den selbstzentrierenden Bohrer („Center Ippatsu“) hier als unverzichtbar bezeichnen.
Er bohrt das Vorbohrloch exakt mittig im Schraubenloch der Schiene.
(Sitzt das Vorbohrloch nicht mittig, zieht die Schraube beim Eindrehen die Schiene zur Seite und alles verzieht sich.)

Befestige die Schiene zuerst an der unteren Kante.
Mit dem selbstzentrierenden Bohrer vorbohren, dann …


… die Schraube eindrehen.

Arbeite dich an der Schiene entlang und behalte dabei den rechten Winkel an der Stelle im Blick, auf die unten der Messschieber zeigt:

Den Abstand zwischen den beiden Schienen richtest du nach der Breite der Grundplatte deiner Säge.

Die Grundplatte meiner Säge gemessen: 121,2 mm breit.

Ich habe den Schienenabstand etwas breiter als die Grundplatte der Säge eingestellt.

Das Gleiche für die gegenüberliegende Schiene.

Die Grundkonstruktion steht.
Probeschnitt
Probeschnitt in diesem Stadium — funktioniert einwandfrei.

Der Schnitt ist rechtwinklig.

Sägen-Anschlag und Spreizschutz-Klötze
Nachdem die Schnittqualität passt, kommen jetzt der Sägen-Anschlag und die Spreizschutz-Klötze dran.
Der Anschlag kommt hierhin:

Und weil sich die Schienen mit der Zeit auseinanderdrücken können, habe ich an der gezeigten Stelle Spreizschutz-Klötze angebracht:

Restholz verwendet, geleimt und verschraubt.


Optional: 45-Grad-Platte
Jetzt zum optionalen 45-Grad-Gehrungsaufsatz.
Das ist einfach ein Stück Sperrholz mit einer 45-Grad-Kante, das du ans Werkstück anlegst.
Ich verwende das übrige Sperrholz der Grundplatte.
Eine 45-Grad-Linie anzeichnen und …

… mit der Handkreissäge zuschneiden.

Die Platte legst du einfach so auf den Schlitten:

■ 45-Grad-Probeschnitt
Zeit, den 45-Grad-Aufsatz auszuprobieren.
Das Werkstück an die Schrägplatte anlegen und …

… schneiden.

Zwei geschnittene Stücke zusammengelegt, um den Winkel zu prüfen:
Der Winkel ist sauber.

Silikonspray
Letzter Schritt: Silikonspray auf die Schienen, damit die Säge geschmeidig gleitet. (Macht wirklich einen Unterschied.)

Fertig!
Der Schlitten ist fertig!


Im Vergleich zum Freihandschneiden sind meine Genauigkeit und mein Vertrauen an der Säge deutlich gestiegen.
Wenn du eine Handkreissäge hast, kann ich dir dieses Projekt ohne Zögern empfehlen.





Kommentare