Ein Freund mit einem Sittich hat mich gebeten, einen Futterautomaten zu bauen.
Die Idee: Das Futter soll nach und nach ausgegeben werden, damit der Vogel in kleinen Portionen gefüttert wird, während der Besitzer außer Haus ist.
Eine kurze Recherche ergab: Ein fertiges Produkt, das „eine feste Menge in kleinen Portionen über die Zeit verteilt“, gibt es offenbar nicht.
Dasselbe gilt für Futterautomaten für Goldfische und Zierfische – die meisten kippen die komplette Portion auf einmal zur eingestellten Zeit aus.
Gebaut habe ich diesen hier für einen Sittich, aber er sollte genauso gut als Futterautomat für Goldfische oder Zierfische funktionieren.
Falls du einen Vogel oder Fische hast und über einen selbst gebauten Futterautomaten nachdenkst, gibt dir das hier hoffentlich einen Ansatzpunkt.
Der fertige Futterautomat
Hier vorab das fertige Ergebnis.
Das Futter liegt in kleinen Fächern, die kreisförmig angeordnet sind. Die ganze Schale dreht sich langsam und gibt dabei eine Portion nach der anderen frei.
Angetrieben wird die Drehung vom Stundenzeiger eines Uhrwerks.
Die 3 gezeigten Fächer geben ihr Futter über etwa 6 Stunden ab.

Ich habe ein Zeitraffer-Video von der Futterausgabe aufgenommen:
Der Bau
Ab hier der Bauprozess.
Ehre, wem Ehre gebührt: Die Idee, ein Uhrwerk als Antrieb zu nutzen, stammt nicht von mir – ich habe davon über „den Freund des Tierarztes eines Freundes eines Freundes“ gehört, der so einen gebaut hat. Ich leihe mir die Idee nur aus.
Antrieb und Futterbehälter
<Antrieb>
Als Antrieb dient ein Uhrwerk.
Die Uhr habe ich im 100-Yen-Shop gekauft (das japanische Pendant zum 1-Euro-Laden).

Was ich brauche, ist das Uhrwerk (das schwarze Teil im Inneren).

<Futterbehälter>
Als Futterbehälter habe ich im Baumarkt eine runde Sortierbox namens „Petit“ gekauft. Normalerweise wird sie für Angel-Kleinteile verkauft.

Sie ist kreisförmig in tortenstückförmige Fächer unterteilt:

Dasselbe Produkt gibt es auch online:
Anfertigung
Die Verbindung zwischen Drehachse und Futterbehälter wird ein kleines Stück Holz.
Ein Stück Restholz mit der Handsäge zuschneiden.

So bemessen, dass es in die Mittelvertiefung des Futterbehälters passt:

Auf der Uhrenseite: Das Uhrwerk hat Stunden- und Minutenzeiger auf abgestuften, konzentrischen Wellen, die sich unterschiedlich schnell drehen.
Der Stundenzeiger sitzt auf der hinteren (tieferen) Stufe.
Damit sich der Holzklotz mit Stundenzeiger-Geschwindigkeit dreht, muss er genau in diese Stufe greifen.

Innendurchmesser der Stundenzeiger-Aufnahme gemessen: 5,5 mm.

Also ein 5,5-mm-Loch in den Holzklotz bohren, passend zur Stundenzeiger-Welle.


Probeweise aufs Uhrwerk stecken.
Sitzt stramm!
Läuft die Uhr, dreht sich der Holzklotz jetzt mit Stundenzeiger-Geschwindigkeit.

Jetzt wird der Futterbehälter mit dem Uhrwerk verbunden.
Konstruktionsziel: Er soll abnehmbar sein
Wäre der Behälter fest mit dem Uhrwerk verklebt, würde das Nachfüllen zur Plackerei.
Ich will also ein einfaches Abnehmen und Aufsetzen mit einem Handgriff.


Die Lösung: Magnete.
Ein kleiner Magnet aus meiner Teilekiste (vor einer Weile für ein anderes Projekt gekauft):

Der Futterbehälter hat in der Mitte eine Vertiefung – der perfekte Platz für den Magneten.

Den Magneten mit Kleber einsetzen und mit einer dünnen Kunststofffolie abdecken (ich habe die Plastikverpackung einer SD-Karte zerschnitten).

Magnet sitzt, Kleber ist drauf …


Mit der Kunststofffolie abgedeckt. Jetzt aushärten lassen.

Währenddessen auf der Uhrenseite: In den Holzklotz kommt eine Stahlschraube, an der der Magnet greifen kann.


Die Magnetkupplung ist fertig.
… Moment, ich habe etwas Wichtiges vergessen.
Das Futter muss ja tatsächlich herausfallen, wenn sich der Behälter dreht – also braucht jedes Fach ein Loch.

Die Löcher mit dem Cuttermesser ausschneiden. (Vorsicht, Finger!)

Dasselbe Loch in jedem Fach.

Das Uhrwerk auf einen Holzsockel kleben. Während der Kleber aushärtet, habe ich den Sockel weiß lackiert.

Auf die Drehachse …

… den Futterbehälter aufsetzen.

Fertig!
Fertig!
Dank Magnethalterung ist das Nachfüllen einfach: abnehmen, befüllen, wieder aufsetzen.

<Ein wichtiger Hinweis>
Wenn du die Futterschale von Hand gewaltsam drehst, während sie auf der Uhr sitzt, ruinierst du das Uhrwerk. (Das steht nicht im Hauptteil – aber ich habe es gelernt, indem ich meinen ersten Prototyp gekillt habe.)
Zum Einstellen der Drehposition den Stellknopf auf der Rückseite des Uhrwerks benutzen.


Kommentare