Unser Wohnzimmer und unsere Küche bilden einen großen offenen Raum, und die Küche hat ein „Kattegutchi“ (eine Hintertür direkt nach draußen). Im Winter strömt dort kalte Luft herein. Um das zu stoppen, habe ich ein Innen-Vorfenster vor der Hintertür gebaut.
Der günstige Standard-DIY-Ansatz in Japan sind Hohlkammerplatten aus Polycarbonat (Stegplatten), aber bei diesem Projekt hatte ich zwei zusätzliche Anforderungen:
・Das Tageslicht durch die Tür soll nicht weniger werden
・Es ist vom Wohnzimmer aus sichtbar, also muss es auch ordentlich aussehen
Statt Stegplatten habe ich mich deshalb entschieden für:
eine klare Acrylglasscheibe in einem Holzrahmen.
Dieser Beitrag ist für alle, die ihr eigenes Innen-Vorfenster bauen wollen und bereit sind, der Optik zuliebe etwas mehr auszugeben als für die absolut günstigste Variante. (Meine Acrylglasscheibe hat etwa 7.000 Yen gekostet.)
Für Leser außerhalb Japans: Ein Kattegutchi ist eine kleine Nebentür — meist an der Küche —, die direkt nach draußen führt und oft zum Müll-Rausbringen oder als Lieferanteneingang genutzt wird. Solche Türen sind meist schlecht isoliert. Bei uns wird die Tür praktisch nie benutzt, daher ist es eine gute Lösung, sie hinter einem festen Innen-Vorfenster zu verschließen.
Vorher und nachher
Die Hintertür — vorher
Das ist die Hintertür der Küche ↓
Öffnet man sie, steht man direkt draußen — im Winter kommt die kalte Luft also ungehindert durch. Als Tür benutzen wir sie eigentlich gar nicht.
Trotzdem: Ich möchte das Tageslicht behalten, und die Tür liegt im Blickfeld des Wohnzimmers, also zählt auch das Aussehen von dem, was ich davor baue.

Das Vorfenster — nachher
Vorweggenommen: So sieht es fertig aus ↓
Die Acrylglasscheibe füllt fast die gesamte Öffnung, das Tageslicht bleibt also praktisch unverändert.


Der Bau
Grundaufbau
Der Plan: ein einfacher Holzrahmen mit einer in die Innenkante gefrästen Nut, in der die Acrylglasscheibe sitzt.
Öffnen und Schließen muss es nicht, also verzichte ich auf jeden Schiebemechanismus — es ist eine feststehende Scheibe.

Was, wenn du keine Oberfräse hast?
Bei der Konstruktion oben wird eine Nut in den Rahmen gefräst, in die die Scheibe eingeschoben wird. Wenn du keine Oberfräse besitzt (oder dir das Nutfräsen einfach sparen willst), funktioniert der Aufbau unten genauso gut.
●Variante ohne Nut: das Acrylglas stattdessen mit zwei Leisten einfassen

[Nachtrag]
Später habe ich erfahren, dass es genutete Leisten fertig zu kaufen gibt — ab Werk mit einer durchlaufenden Nut gefräst. (Die DIY-YouTuberin Kume Mari hat sie in einem ihrer Videos benutzt.) Das wäre eine weitere gute Option.
Material
Für den Rahmen habe ich Kiefernleisten 30 × 40 mm verwendet (Rotkiefer „Noubuchi KD“), 1985 mm lang, je 498 Yen im Baumarkt — davon 3 Stück.
Die dünnere Leiste oben im Foto ist eine 12 × 12 mm Bastelleiste aus Hinoki (japanische Zypresse), 128 Yen. Eigentlich hätte ich sie nicht gebraucht, aber meine Acrylglasscheibe war nicht ganz lang genug, also habe ich damit den Rahmen auf einer Seite verlängert (mehr dazu weiter unten).

Die Acrylglasscheibe ist 2 mm dick, ebenfalls aus dem Baumarkt.
Sie kam als einzelne Platte mit 930 × 1860 mm für etwa 7.000 Yen.
In mein Auto passte sie nicht, also habe ich mir den Leih-Kleinlaster (Kei-Truck) des Baumarkts ausgeliehen, um sie nach Hause zu bringen.


Zuschnitt und Montage
Zuschnitt der Rahmenleisten
Zuerst die Rahmenleisten.
Die Schnittpositionen habe ich angezeichnet, indem ich jede Leiste direkt an die tatsächliche Türöffnung gehalten habe.
Fehler
Das sollte ich später bereuen: Ich habe den Rahmen exakt passend zur Öffnung bemessen, ganz ohne Spiel.
Ergebnis: Der fertig montierte Rahmen war einen Hauch zu groß, passte nicht hinein, und ich musste ihn nachträglich kürzen…


An den Markierungen mit der Handkreissäge zugeschnitten.

Die Nut fräsen
Dann habe ich die Nut für das Acrylglas mit einer Oberfräse gefräst.
Fräser mit 3 mm Durchmesser, Nut 5 mm tief.
Mit dem Parallelanschlag der Fräse verlief die Nut parallel zur Innenkante der Leiste.
(Die Oberfräse eröffnet beim DIY viele Möglichkeiten, aber der Haken ist der Lärm — sie ist laut, ein bisschen einschüchternd in der Benutzung, und man macht sich Sorgen, die Nachbarn zu stören.)



Acrylglas zuschneiden
Als Nächstes habe ich das Acrylglas zugeschnitten.
An der Acryl-Theke des Baumarkts gibt es für etwa 200 Yen einen speziellen Acrylglas-Ritzschneider — und „speziell“ heißt hier wirklich speziell; er funktioniert gut.
Den Schneider mehrmals an einem Lineal entlangziehen, bis eine Rille entsteht, dann die Platte über einer Kante abknicken — sie bricht sauber entlang der Ritzlinie.
Die Schutzfolie habe ich beim Zuschneiden auf dem Acrylglas gelassen, damit es sauber bleibt.



Zeit für eine Anprobe: Ich habe das zugeschnittene Acrylglas probeweise in den Rahmen gesetzt (noch ohne Schrauben).
Die obere Fensterhälfte saß perfekt.
Die untere Hälfte — da war das Acrylglas zu kurz.



Um die fehlende Länge unten auszugleichen, habe ich die 12 × 12 mm Hinoki-Leiste verwendet. Wie im nächsten Foto habe ich sie auf die untere Rahmenleiste geklebt, um die Auflagekante nach innen zu verlängern.
Holzleim (Titebond), Zwinge drauf, über Nacht trocknen lassen.
※ Wenn du keine Zwingenabdrücke im Holz haben willst, leg ein Reststück zwischen Zwinge und Werkstück. Ich habe es mir gespart und direkt gespannt.



Weiter zur Oberflächenbehandlung.
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