Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du dir eine eigene E-Gitarre aus Werkzeug und Material baust, das du im Baumarkt und bei Amazon bekommst.
Ich hatte ja schon mal ein Baulog zu einer selbst gebauten Gitarre im PRS-Stil gepostet, aber gemerkt, dass einige Stellen für absolute Anfänger ein bisschen zu viel waren. Diesmal habe ich mir also Mühe gegeben, alles etwas sorgfältiger zu erklären.
Außerdem habe ich Werkzeug und Holz weitgehend auf Sachen beschränkt, die du im Baumarkt oder bei Amazon kaufen kannst.
※ Die Serie ist aufgeteilt in [Teil 1: Planung & Design] und [Teil 2: Der Bau]. Diese Seite ist [Teil 1: Planung & Design].

Planung & Design ① — Lern den Aufbau einer E-Gitarre kennen
Bevor wir mit dem Bauen anfangen, schauen wir uns kurz den grundlegenden Aufbau einer E-Gitarre an.
Wenn du dir deine eigene E-Gitarre bauen willst, ist es hilfreich, den grundlegenden Aufbau zu kennen.
Manche von euch wissen das alles schon, aber die Bauteilnamen kommen später immer wieder vor, daher schadet eine kurze Auffrischung nicht.
Du musst dir hier nichts auswendig merken — schau einfach bei Bedarf in diesen Abschnitt zurück.
Grundaufbau und Bauteilnamen
Die wichtigsten Teile einer E-Gitarre.

Auf dem Foto siehst du eine Gibson Les Paul.
Jeder Hersteller hat kleine Unterschiede, aber die großen Bauteile sind über alle Designs hinweg gleich.
Der nächste Abschnitt geht auf jedes Teil etwas genauer ein.
(Die Fotos habe ich entweder selbst gemacht oder sie sind lizenzfrei.)
Kurzer Rundgang durch die einzelnen Teile
- 1. Kopfplatte (Headstock)
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Die äußerste Spitze der Gitarre nennt man Kopfplatte.
Hier sind die Mechaniken montiert (die Dinger, um die du die Saiten wickelst).
Die Form — und wo die Mechaniken darauf sitzen — variiert je nach Hersteller.
- 2. Griffbrett (Fretboard)
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Ein etwa 6 mm dickes Brett, das auf die Vorderseite des Halses geleimt wird. In das Griffbrett werden die Bünde eingeschlagen (→ #8 Bünde).
Typisch sind harte Hölzer wie Palisander.
- 3. Hals (Neck)
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Das Teil, das die Kopfplatte mit dem Korpus verbindet. Dicke und Breite haben großen Einfluss darauf, wie sich die Gitarre spielt.
Im Inneren verläuft ein „Halsstab“ (Trussrod, ein Stab zum Einstellen der Steifigkeit) (→ #15 Halsstab).
- 4. Korpus (Body)
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Der Hauptkörper der Gitarre — Tonabnehmer und Steg werden darauf montiert.
Üblicherweise wird er aus mehreren zusammengeleimten Brettern aufgebaut; besonders das oberste Stück bestimmt die Optik.
- 5. Mechaniken (Stimmwirbel)
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Die Hardware, um die du jede Saite wickelst.
Durch Drehen stellst du die Saitenspannung ein und stimmst die Gitarre.
- 6. Sattel (Nut)
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Sitzt am Übergang zwischen Kopfplatte und Griffbrett; oben sind Kerben eingeschnitten, in denen jede Saite läuft.
Gängige Materialien sind Knochen, Kunststoff oder Messing — die Wahl beeinflusst den Klang.
- 7. Lagenmarkierungen (Position Marker)
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Die Punkte/Inlays auf der Vorder- und Seitenfläche des Griffbretts. Sie helfen dir, beim Spielen den richtigen Bund zu finden.

- 8. Bünde (Frets)
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Die Metallstäbchen, die ins Griffbrett eingeschlagen werden. Jeder Bund liegt einen Halbton vom nächsten entfernt.

- 9. Gurtpins (Strap Buttons)
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Die Hardware, an der der Gurt zum Spielen im Stehen einrastet.

- 10. Pickup-Wahlschalter
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Eine E-Gitarre hat meist mehrere Tonabnehmer (→ #11). Der Wahlschalter schaltet zwischen ihnen um, um den Klang zu ändern.

- 11. Tonabnehmer (Pickups)
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Die Bauteile, die die Saitenschwingung in ein elektrisches Signal umwandeln.
Man könnte sagen: Der Tonabnehmer ist das, was eine Gitarre erst elektrisch macht.
- 12. Steg (Bridge)
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Das Bauteil, auf dem das korpusseitige Ende jeder Saite aufliegt. (Sattel → Steg definiert die schwingende Saitenlänge — siehe Diagramm unten.)
Hier stellst du auch Saitenlage (Action) und Intonation ein.
- 13. Saitenhalter (Tailpiece)
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Ein eigenständiges Bauteil (getrennt vom Steg), das das korpusseitige Saitenende verankert. Verbreitet bei Gitarren im Les-Paul-Stil.

- 14. Ausgangsbuchse (Output Jack)
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Die 6,3-mm-Klinkenbuchse, in die du dein Kabel steckst. Von hier geht das Signal zum Verstärker.

- 15. Halsstab (Trussrod)
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Ein Metallstab, der im Inneren des Halses sitzt. Durch Drehen der Schraube an einem Ende kannst du einstellen, wie stark sich der Hals unter der Saitenspannung biegt.

- 16. Schlagbrett (Pickguard)
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Ein Teil, das die Korpuslackierung vor Kratzern durchs Plektrum schützt.
Bei einer Fender Stratocaster ist es ein großes Designmerkmal für sich. Meist aus Kunststoff.
Damit sind alle Gitarrenteile abgedeckt, die auf dieser Seite vorkommen.
Nächster Abschnitt: das Werkzeug, das du brauchst, um tatsächlich eine zu bauen.
Kleine Randbemerkung: Ich bin eigentlich gar kein besonders guter Gitarrist.
Ich habe erst angefangen, als ich schon im Berufsleben war. Ein Kollege hat mir eine Gitarre geschenkt, ich habe ein halbes Jahr lang Unterricht an einer Kawai-Musikschule für die Grundlagen genommen, und von da an einfach mal mehr, mal weniger drangeblieben — bis ich irgendwann die Chance bekam, in einer Band zu spielen, was ein Traum von mir war. Wir durften sogar in einem kleinen Live-Club draußen auf dem Land auftreten. Mein spielerisches Können ist nichts Besonderes, es ist also rein ein Hobby zur eigenen Zufriedenheit. Holzwerken und Gitarre — beides absolut empfehlenswerte Hobbys.
Planung & Design ② — Das Werkzeug, das du brauchst
Jetzt gehen wir das Werkzeug durch, das du brauchst, um eine E-Gitarre von Grund auf zu bauen.
Wenn du eine Gitarre baust, wird das Werkzeug zu einem echten Thema.
„Was brauche ich eigentlich wirklich?“ ist eine häufige Frage.
Ich habe das Werkzeug, das ich tatsächlich benutzt habe, aufgeteilt in:
・Handwerkzeug (allgemein)
・Elektrowerkzeug (allgemein)
・Gitarrenspezifisches Werkzeug
Außerdem habe ich die Wichtigkeit in drei Stufen bewertet — [Muss sein], [Wichtig] und [Nice to have] — zur Orientierung.
Handwerkzeug (allgemein)
Erst das Handwerkzeug — die Art von Zeug, das man in einem Hobby-DIY-Set findet.
Jedes Werkzeug unten habe ich tatsächlich beim Bau benutzt, aber nicht alle sind zwingend nötig, daher habe ich Wichtigkeits-Bewertungen ergänzt:
★★★ (Muss sein)
★★☆ (Wichtig)
★☆☆ (Nice to have)
Manches lässt sich improvisieren, aber um bequem arbeiten zu können, willst du mindestens die ★★☆-Stufe haben.
| Werkzeug | Beispielprodukt | Verwendung | Wichtigkeit |
|---|---|---|---|
| Schraubendreher | ![]() https://www.amazon.com/dp/B000TG8OM6/?tag=diyhigh841-20 | Tonabnehmer montieren, Stegposition einstellen usw. (Ich mag persönlich den abgebildeten Elektriker-Schraubendreher wegen des Griffs) | ★★★ |
| Bleistift, Schere, Cuttermesser, Klebestift | ![]() | Holz mit Bleistift anzeichnen; den ausgedruckten Bauplan zuschneiden und aufs Holz kleben | ★★★ |
| Titebond-Holzleim | ![]() https://www.amazon.com/dp/B0006U20NY/?tag=diyhigh841-20 | Der Standard-Holzleim für starke Holz-auf-Holz-Verbindungen. Verbindet Holzstücke fast so, als wären sie eins. Verwendet für die Korpus-Verleimung, die Korpus-Hals-Verbindung, das Verleimen des Griffbretts usw. (Tipp: Wenn du mit Leim oder Beize arbeitest, sparst du dir mit Handschuhen von Anfang an später das Händewaschen.) | ★★★ |
| Zwingen | ![]() https://www.amazon.com/dp/B07BMNKFCG/?tag=diyhigh841-20 | Das Werkstück beim Arbeiten auf der Werkbank fixieren und beim Verleimen Druck ausüben. (Nützlich weit über den Gitarrenbau hinaus — jede Holzarbeit profitiert davon.) | ★★★ |
| Malerkrepp (Abklebeband) | ![]() https://www.amazon.com/dp/B005JWNIQ2/?tag=diyhigh841-20 | Nicht nur zum Abkleben beim Lackieren — auch zum Markieren von Layouts und zur vorübergehenden Befestigung beim Ausrichten | ★★★ |
| Schleifpapier | ![]() | Entgraten; Oberflächenvorbereitung vor dem Finish; Zwischenschliff zwischen den Schichten; Formen des Griffbrett-Radius Bereich: etwa Körnung 80 bis 1500. ※ Die „anti-clog“-Variante mit weißer Rückseite hält viel länger als die mit brauner Rückseite. | ★★★ |
| Anschlagwinkel (Sashigane) | ![]() https://www.amazon.com/dp/B001LGU5F2/?tag=diyhigh841-20 | Längen messen, rechtwinklige Linien ziehen, auf Rechtwinkligkeit prüfen | ★★★ |
| Sekundenkleber (Cyanacrylat, CA) | ![]() https://www.amazon.com/dp/B008RE6OQU/?tag=diyhigh841-20 | Risse im Holz reparieren; den Halsstab fixieren | ★★★ |
| Seitenschneider & Spitzzange | ![]() https://www.amazon.com/dp/B000IC6ZRM/?tag=diyhigh841-20 https://www.amazon.com/dp/B000TGCWT2/?tag=diyhigh841-20 | Schaltdraht abschneiden usw. | ★★★ |
| Raspelsäge | ![]() https://www.amazon.com/dp/B01MZDRWNB/?tag=diyhigh841-20 | Den Hals formen, den Korpus modellieren usw. Unverzichtbar für handgemachte Gitarrenarbeit. (Ich wusste gar nicht, dass es dieses Werkzeug gibt, bis ich mit dem Gitarrenbau anfing.) | ★★★ |
| Schonhammer (mit Kunststoffkopf) | ![]() https://www.amazon.com/dp/B094QR2WL5/?tag=diyhigh841-20 | Bünde einschlagen; die Stegbuchsen einsetzen. (Ein Kunststoffkopf verringert die Gefahr, das Werkstück zu beschädigen.) | ★★★ |
| Lack und Klarlack | ![]() https://www.amazon.com/dp/B0091FU9NS/?tag=diyhigh841-20 | Finish für Korpus und Hals. (Lackspray- und Öl-Beiz-Ansätze sind auch möglich, aber auf dieser Seite habe ich mich für die einfacher zu handhabende wasserbasierte Lack-und-Klarlack-Variante entschieden — siehe Bau-Abschnitt 21.) | ★★★ |
| Pinsel | ![]() https://www.amazon.com/dp/B004GTG08W/?tag=diyhigh841-20 | Lack und Klarlack auftragen | ★★★ |
| Lötkolben, Lötzinn, Flussmittel | ![]() https://www.amazon.com/dp/B001PR1KJM/?tag=diyhigh841-20 https://www.amazon.com/dp/B002H3NKL4/?tag=diyhigh841-20 | Die internen Bauteile verdrahten Flussmittel verbessert die Lötzinn-Haftung | ★★★ |
| Schaltdraht | ![]() | Die internen Bauteile verbinden | ★★★ |
| Digitaler Messschieber | ![]() https://www.amazon.com/dp/B08LCS5JV9/?tag=diyhigh841-20 | Maße prüfen, Bohrtiefen messen (Digital ist leichter abzulesen, aber ein analoger Messschieber tut es auch.) | ★★☆ |
| Arbeitshandschuhe / Nitrilhandschuhe | ![]() | Trag rund um Elektrowerkzeug eng anliegende Handschuhe — lose Handschuhe können gefährlich sein, wenn sie sich in beweglichen Teilen verfangen | ★★☆ |
| Lappen | ![]() | Überschüssigen Lack und herausgequetschten Titebond abwischen | ★★☆ |
| 1-m-Lineal | ![]() https://www.amazon.com/dp/B001D7NU8I/?tag=diyhigh841-20 | Bundpositionen anzeichnen; Sattel-zu-Steg-Abstand prüfen usw. | ★★☆ |
| Handsäge | ![]() https://www.amazon.com/dp/B00KGMCIX4/?tag=diyhigh841-20 | Schnelle Holzschnitte. (Eine Stichsäge deckt das meiste davon ab, aber eine Handsäge ist praktisch, wenn du nur eben schnell einen Schnitt machen willst.) | ★★☆ |
| Acryl-Ritzmesser | ![]() https://www.amazon.com/dp/B003B2YZ1Y/?tag=diyhigh841-20 | Die Bundschlitze anreißen. (Die Bundschlitze in 3 Stufen zu machen — Cuttermesser → Acryl-Ritzmesser → Bundsäge — funktioniert richtig gut.) | ★★☆ |
| Nass-Schleifpapier | ![]() | Überschneidet sich mit normalem Schleifpapier, aber für den Hochglanz-Schliff am Korpus ist Nass-Schleifpapier das richtige Werkzeug. [Körnung 1500 oder so] | ★★☆ |
| Polierpaste | ![]() https://www.amazon.com/dp/B004X3GIZ6/?tag=diyhigh841-20 | Finaler Hochglanz für den Korpus. [entspricht Körnung 3000–10000] (Nach dem Polieren mit Paste sieht der Korpus tatsächlich aus wie ein gekauftes Instrument — ein befriedigender Moment.) | ★★☆ |
| Abschirmband (Folienband) | ![]() https://www.amazon.com/dp/B003EILNA6/?tag=diyhigh841-20 | Isolierung um Lötstellen / Abschirmung | ★★☆ |
| Leitfähiger Abschirmlack | ![]() https://www.amazon.com/dp/B005FPD17Y/?tag=diyhigh841-20 | In die Korpus-Hohlräume gestrichen, um für die Rauschabschirmung Leitfähigkeit zu schaffen (Ich bin bei der Rauschunterdrückung tief eingestiegen — siehe Bau-Abschnitt 22.) | ★★☆ |
| Handreibahle | ![]() https://www.amazon.com/dp/B002TKATLO/?tag=diyhigh841-20 | Löcher aufweiten. (Ein Akkubohrer kommt normalerweise bei etwa 10 mm Durchmesser an seine Grenze.) | ★☆☆ |
| Vornschneider (Kuikiri) | ![]() https://www.amazon.com/dp/B002RDDM1M/?tag=diyhigh841-20 | Bunddraht abschneiden. (Eine Zange tut es ersatzweise, da man sie nur hier braucht.) | ★☆☆ |
| Holz-Porenfüller (Tonoko) | ![]() | Füllt kleine Oberflächenlöcher und die offene Maserung, damit das Finish glatter aufgeht. (Schleifgrund macht ungefähr dasselbe.) | ★☆☆ |
| Körner | ![]() | Hilft dem Bohrer, genau dort anzusetzen, wo du willst | ★☆☆ |
| „Helping Hands“ (Dritte-Hand-Werkzeug) | ![]() https://www.amazon.com/dp/B0C6X5J1FM/?tag=diyhigh841-20 | Dient als „dritte Hand“ beim Löten. (Macht die Arbeit dramatisch leichter.) | ★☆☆ |
| Stechbeitel | ![]() https://www.amazon.com/dp/B0797MZSZ7/?tag=diyhigh841-20 | Leichte Abtrag-/Nacharbeiten. (Vorsicht: Sauberes Beitelarbeiten will geübt sein. In YouTube-Videos von erfahrenen Schreinern sieht es leicht aus, aber beim ersten Versuch wirklich saubere Schnitte hinzubekommen ist schwer.) | ★☆☆ |
| Blechschere | ![]() https://www.amazon.com/dp/B0078HVLUG/?tag=diyhigh841-20 | Für diesen Bau habe ich die rückseitige Abdeckplatte aus dünnem Aluminiumblech gemacht — dafür benutzt. | ★☆☆ |
| Winkelmesser | ![]() | Kopfplattenwinkel und Halswinkel überprüfen. (Ehrlich gesagt optional.) | ★☆☆ |
| Werkbank | ![]() https://www.amazon.com/dp/B076WTVV41/?tag=diyhigh841-20 | Zum Schneiden und Festklemmen des Werkstücks | ★☆☆ |
Das war’s mit dem Handwerkzeug.
Selbst Hobby-DIYer kennen manches davon vielleicht nicht — die Raspelsäge zum Beispiel. Ich hatte nie eine benutzt, bis ich mit dem Gitarrenbau anfing.
„Würde nicht auch eine normale Feile gehen?“ — ja, mit einer heroischen Menge Geduld. Aber zum Formen eines Halses trägt die Raspelsäge das Holz grob eine Größenordnung schneller ab als eine normale Feile. Mit einer normalen Feile verlierst du den ganzen Tag daran.
Ich würde also sagen: Hol dir mindestens die ★★☆-Stufe zusammen.
Elektrowerkzeug (allgemein)
Als Nächstes das Elektrowerkzeug.
Dieselben drei Wichtigkeitsstufen:
★★★ (Muss sein)
★★☆ (Wichtig)
★☆☆ (Nice to have)
Die ★★★-Teile — Stichsäge, Akkubohrschrauber, Kantenfräse — sind Werkzeuge, die du für diesen Bau wirklich haben willst.
Eine Stichsäge ist im Grunde eine motorisierte Handsäge, und dass sie Kurven schneidet, macht sie zum perfekten Begleiter für den Gitarrenbau. (Du kannst sie durch eine Handsäge ersetzen, wenn du dich darauf einlässt.)
Ein Akkubohrschrauber ist unverzichtbar zum Bohren von Löchern — von Hand wirklich schwer zu ersetzen.
Eine Kantenfräse kennst du vielleicht nicht.
Allerdings ist sie ein entscheidend wichtiges Elektrowerkzeug für den Gitarrenbau.
Du brauchst sie, um die Tonabnehmer-Fräsungen zu machen und den Bereich der Korpus-Hals-Verbindung sauber zu arbeiten.
Die Handwerkzeug-Alternative ist ein Stechbeitel, aber für einen Amateur sind präzise Maße mit dem Stechbeitel echt schwer zu treffen.
| Werkzeug | Beispielprodukt | Verwendung | Wichtigkeit |
|---|---|---|---|
| Stichsäge | ![]() | Korpus- und Halsumrisse schneiden. Schafft Kurven, was genau das ist, was der Gitarrenbau braucht. | ★★★ |
| Akku-Bohrschrauber | ![]() https://www.amazon.com/dp/B09RZDVXMP/?tag=diyhigh841-20 | Alles Bohren und Schrauben | ★★★ |
| Kantenfräse & Fräser | ![]() https://www.amazon.com/dp/B00L7QKBQY/?tag=diyhigh841-20 | Tonabnehmer-Fräsungen; die Halstasche formen; usw. | ★★★ |
| Kreissäge | ![]() https://www.amazon.com/dp/B09QXCCNHM/?tag=diyhigh841-20 | Gerade Schnitte an Halsrohlingen. (Ein Klassiker im allgemeinen DIY, beim Gitarrenbau aber verzichtbar.) | ★☆☆ |
| Schwingschleifer | ![]() https://www.amazon.com/dp/B0029DP718/?tag=diyhigh841-20 | Großer Zeitsparer gegenüber dem Schleifen von Hand | ★☆☆ |
Gitarrenspezifisches Werkzeug
Und zum Schluss das Werkzeug, das nur im Gitarrenbau vorkommt.
Dieselben drei Wichtigkeitsstufen wie zuvor:
★★★ (Muss sein)
★★☆ (Wichtig)
★☆☆ (Nice to have)
Die ★★★-Teile — Bundsäge, Griffbrett-Radius-Schleifklotz und Sattelfeile — lassen sich praktisch nicht durch Allzweckwerkzeug ersetzen, daher sind sie ein Muss.
| Werkzeug | Beispielprodukt | Verwendung | Wichtigkeit |
|---|---|---|---|
| Bundsäge | ![]() https://www.amazon.com/dp/B07MXFC2FB/?tag=diyhigh841-20 https://www.amazon.com/dp/B07MXBH5VY/?tag=diyhigh841-20 | Schneidet die Bundschlitze ins Griffbrett. (Achte darauf, dass die Schnittbreite zur Breite deines Bundfußes passt.) | ★★★ |
| Griffbrett-Radius-Schleifklotz | ![]() https://www.amazon.com/dp/B07MXF6FQW/?tag=diyhigh841-20 | Schleifpapier haftet daran; du benutzt ihn, um das Griffbrett auf einen bestimmten Radius (R) zu schleifen. [Gängige Radien: Gibson 305 mm; Fender 184 mm / 241 mm; PRS 254 mm] | ★★★ |
| Sattelfeile | ![]() https://www.amazon.com/dp/B00QTRX54Q/?tag=diyhigh841-20 | Zum Einschneiden der Saitenkerben im Sattel | ★★★ |
| Bundabrichtfeile (Crowning File) | ![]() https://www.amazon.com/dp/B00BKNXATE/?tag=diyhigh841-20 | Die Bundoberseite nach dem Abrichten neu formen | ★★☆ |
| Ringschlüssel | ![]() https://www.amazon.com/dp/B004OCOOQ6/?tag=diyhigh841-20 | Mechaniken, Poti-Muttern usw. festziehen. (Ein normaler Maulschlüssel neigt dazu zu verkratzen.) | ★☆☆ |
Das war ein kompletter Rundgang durch das Werkzeug.
Alles gibt es im Baumarkt oder bei Amazon. (Gitarrenspezifisches Werkzeug führen Baumärkte meist nicht — das musst du online bestellen.)
Wenn man sich die Liste so ansieht, braucht der Bau einer Gitarre echt etwas Vorbereitung.
Wenn du noch nie DIY gemacht hast, mag die Hürde hoch wirken.
Die einzige Lösung ist, sich daran zu erinnern, wie gut sich das fertige Ergebnis anfühlen wird, und mit dem Sparen anzufangen!
※ Hinweis: Manche japanischen Baumärkte verleihen Elektrowerkzeug, was eine Möglichkeit ist, die Kosten in den Griff zu bekommen.
Planung & Design ③ — Konzept & Spezifikation
Jetzt geht es ans tatsächliche Entwerfen der Gitarre.
Dieser Abschnitt (③) behandelt das übergeordnete Konzept und die Spezifikationen; detaillierte Baupläne kommen im nächsten Abschnitt (④).
Fangen wir damit an, grob zu skizzieren, was für eine Gitarre du bauen willst.
Wenn du nicht weißt, wo du anfangen sollst, bringen dich die Schritte unten zu einer brauchbaren Spezifikation.
Einen echten Bauplan zu zeichnen mag einschüchternd klingen, aber du kannst es von Hand machen oder ein kostenloses CAD-Tool benutzen. Für alle, die nicht von Grund auf zeichnen wollen, stelle ich später fertige Baupläne bereit, bei denen du einfach nur die Korpusform anpasst (→ Abschnitt ④). Ausdrucken und den Rest so lassen. (Den Korpusumriss kannst du von Hand zeichnen.)
Das große Ganze
Bevor wir uns die einzelnen Spezifikationen ansehen, schauen wir uns den Gesamtablauf an.
Korpusform und Bauteil-Layout: Kopier ein Modell, das du liebst, oder werde komplett originell.
※ Ein Referenzmodell zu haben ist einfacher, als völlig bei null anzufangen.
Der Bau auf dieser Seite orientiert sich hauptsächlich an der Gibson Les Paul und an PRS.
・Saitenlänge (Mensur — wie du die festlegst, steht unten)
・Anzahl der Bünde
・Tonabnehmer-Spezifikation
・Volume-/Tone-Reglerlayout
usw.

Einen echten Bauplan als Referenz zu haben ist sehr zu empfehlen.
Du kannst ein CAD-Tool benutzen oder mit Lineal und einem großen Bogen Papier von Hand arbeiten. Abschnitt ④ führt durch, wie man es von Grund auf macht.

Du druckst den Bauplan im Maßstab 1:1 aus und klebst ihn als Layout-Referenz für den Bau aufs Holz.

Konzept und Design-Spezifikationen kommen als Nächstes.
Die Spezifikation durcharbeiten
Gehen wir ans eigentliche Design.
Ich empfehle, mit Mensur und Bundanzahl anzufangen.
Mensur (Scale Length)
Die Mensur ist die schwingende Saitenlänge vom Sattel bis zum Steg (siehe Diagramm unten).
Wenn du deine eigene Gitarre baust, kannst du jede beliebige Mensur wählen.

Längere Mensur = höhere Saitenspannung; kürzere Mensur = geringere Saitenspannung.
Eine längere Mensur fühlt sich also straffer und aggressiver unter den Fingern an, während eine kürzere Mensur leichter zu greifen ist.
● Gängige Mensuren
Repräsentative Mensuren nach Hersteller / Modell:
| Beispiel | Mensur |
|---|---|
| Fender: Stratocaster, Telecaster, Jazzmaster „Fender-Mensur“ | 648 mm (25,5 Zoll) |
| PRS: Custom 24 | 635 mm (25 Zoll) |
| Gibson: Les Paul „Gibson-Mensur“ | 628 mm (24,75 Zoll) |
| Fender: Mustang, Jaguar | 609 mm (24 Zoll) |
Nebenbei: In Japan wird die 25,5-Zoll-Fender-Mensur manchmal „Regular Scale“ und die 24,75-Zoll-Gibson-Mensur „Medium Scale“ genannt — das sind Japan-spezifische Bezeichnungen, die anderswo kaum verwendet werden.
Du kannst eine dieser Standard-Mensuren wählen oder deine eigene festlegen.
Welche Mensur du auch wählst: Solange du die Bundabstände dafür berechnest (nächster Abschnitt), lässt sich die Gitarre korrekt stimmen.
Bundabstand & Bundanzahl ※ Rechner unten ※
Sobald du eine Mensur wählst, ist dein Bundabstand festgelegt.
Bundabstand
Für jede gängige Mensur findest du hier die Abstände vom Sattel (0. Bund) zu Bund 1, 2, 3, …
Du kannst die Mensur wählen, aber den Bundabstand kannst du dir nicht ausdenken.

Bundabstände für gängige Mensuren

Wenn du eine eigene Mensur willst
Willst du deine eigene Mensur festlegen? Du kannst den Bundabstand für jede beliebige Mensur berechnen.
Für eine Mensur L ist der Abstand vom Sattel zu Bund n, bezeichnet als dn:
・dn : Abstand vom Sattel zu Bund n
・L : Mensur
・n : Bundnummer

[Update] Ich habe einen Rechner gebaut. Gib unten deine Mensur und Bundanzahl ein.
● Rechner
Anzahl der Bünde
Die meisten E-Gitarren haben 21, 22 oder 24 Bünde.
Ein paar Beispiele:
Fender (Stratocaster, Telecaster): Vintage 21 Bünde, aktuelle Produktion 22 Bünde
Gibson (Les Paul): 22 Bünde
PRS: 24 Bünde
Wenn du deine eigene Gitarre baust, kannst du frei wählen — zum Beispiel ist ein Strat-förmiger Korpus mit 24 Bünden völlig in Ordnung.
Tonabnehmer-Spezifikation
Wie im Bauteil-Abschnitt erwähnt, neigt Gibson zu Humbuckern und Fender zu Single-Coils.
Allgemein: Single-Coils klingen heller und klarer; Humbucker klingen voller mit höherem Output.

Der Bau auf dieser Seite verwendet 2× Humbucker (gute Rauschunterdrückung).

Hier verwendeter Humbucker-Tonabnehmer → https://www.amazon.com/dp/B0C53C6MH7/?tag=diyhigh841-20
Hier verwendeter Tonabnehmer-Montagering (Escutcheon) → https://www.amazon.com/dp/B07TC4Z8VG/?tag=diyhigh841-20
Steg-/Saitenhalter-Typ
Das korpusseitige Saitenende kann entweder durch einen einteiligen Steg (Strat-Stil — der Steg verankert die Saiten) oder durch ein getrenntes Paar aus Steg + Saitenhalter (Les-Paul-Stil — die Saiten liegen auf dem Steg, sind aber im Saitenhalter verankert) abgeschlossen werden.
Dieser Bau verwendet die Les-Paul-Konfiguration aus Steg + Saitenhalter.
(Der Strat-Stil hat weniger Teile und ist etwas einfacher zu bauen.)

Es gibt weitere Optionen — Stege vom Floyd-Rose-Typ, die einen Tremolohebel aufnehmen, usw.
Wenn du Vibrato willst, wähl einen Steg, der einen Hebel aufnimmt.
Kopfplattenform / Mechanik-Anordnung
・Kopfplattenform
Die Kopfplattenform ergibt sich hauptsächlich daraus, wo die Mechaniken hinkommen.
Gibson setzt 3 Mechaniken auf jede Seite; Fender setzt alle 6 auf eine Seite.
Du musst dich für keins von beiden entscheiden. (2/4 oder 1/6 sind völlig gültige Anordnungen.)

・Kopfplattenwinkel
Von der Seite betrachtet ist die Kopfplatte relativ zum Hals nach hinten abgewinkelt (siehe Pfeil im nächsten Diagramm).
Das drückt die Saiten fest auf den Sattel.

Gängige Kopfplattenwinkel: Gibson 17°, PRS 10°, Fender 0° (mit Ausnahmen).
Fenders Kopfplatte ist nicht abgewinkelt — sie ist gegenüber der Griffbrettebene abgesetzt, bleibt aber parallel dazu.
Stattdessen wird ein „String Retainer“ (Niederhalter) verwendet, um die Saiten auf den Sattel zu drücken.

Dieser Bau verwendet Gibsons um 17° abgewinkelte Kopfplatte, aber die winkellose Fender-Variante mit Niederhalter ist genauso gültig.
Griffbrettbreite & Halsdicke
・Griffbrett-/Halsbreite
Typische Breite nahe dem Sattel (① im Diagramm) ist etwa 43 mm; Breite nahe dem letzten Bund (②) ist etwa 57 mm.
Eine vorhandene Gitarre, die sich gut in deiner Hand anfühlt, zu vermessen und das zu kopieren ist ebenfalls ein guter Ansatz.

・Dicke
Die Halsdicke beeinflusst das Spielgefühl.
Grob: Gibson ist eher dicker, Fender eher dünner.
Gibson (typisch): 21 mm am 1. Bund, 23 mm am 12. Bund
Fender (typisch): 20,5 mm am 1. Bund, 22,5 mm am 12. Bund

Die Griffbrettdicke beträgt bei den großen Herstellern 6,35 mm (1/4 Zoll).

Die Halsdicke lässt sich später durch Schleifen noch reduzieren, daher reicht in der Designphase ein vorläufiger Wert.
Korpusform
・Freie Wahl
Du kannst jede Korpusform wählen, die du willst.
Skalier ein Foto eines vorhandenen Modells hoch oder entwirf etwas völlig Eigenes.
Akustikgitarren brauchen einen akustisch abgestimmten Korpus für die Resonanz, aber bei einer E-Gitarre geht die Saitenschwingung direkt zum Tonabnehmer → Verstärker, daher beeinflusst die Korpusform den Klang nicht wirklich 😄 (Klang-Puristen würden widersprechen, aber kein Zuhörer wird die Korpusform allein am Klang erkennen — und du baust sie selbst, also passt das schon.)
・Dicke
Typische Korpusdicken und Verleimungen:
Die Gibson Les Paul ist tendenziell dick.
<Beispiele>

Eine Les Paul ist schwer und kann mit der Zeit die Schulter belasten. Eine „dünnere Les Paul“ ist ebenfalls eine gute Option.
Du musst die Holzarten nicht angleichen, aber ich würde Hartholz empfehlen.
Das billigste Zeug aus dem Baumarkt (SPF, Zeder) neigt dazu, sich mit der Zeit zu verziehen. (Lehren aus meiner Nicht-Gitarren-DIY-Arbeit.)
Reglerlayout (Volume / Tone)
Gängige Volume-/Tone-Reglerlayouts:
Orientier dich an einem Modell, das du magst; experimentier, wenn du willst.
| Hersteller / Modell | Reglerzahl | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Gibson / Les Paul | Vol×2, Tone×2 | Unabhängiges Vol/Tone pro Tonabnehmer |
| Fender / Stratocaster | Vol×1, Tone×2 | Einfachere Bedienung |
| PRS / Custom 24 | Vol×1, Tone×1 | Einfachere Bedienung |

Wähl ein Referenzmodell, leg deine Reglerzahl fest und ordne die Positionen von Reglern und Wahlschalter an.
Die Verdrahtungsdetails (inklusive Wahlschalter) stehen im Bau-Artikel.
Korpus-Hals-Verbindung
・Verbindungsmethode
Zwei Hauptmethoden: Bolt-on (der Hals wird an den Korpus geschraubt) oder Set-Neck (der Hals wird eingeleimt).
Übliche Zuordnungen:
Bolt-on (Schrauben): Fender
Set-Neck (Leim): Gibson, PRS
Dieser Bau verwendet Set-Neck (eingeleimt).

・Halswinkel (relativ zum Korpus)
Der Halstaschenwinkel (siehe Diagramm) ist 0° bei Stratocastern und 3–5° bei Les Pauls (variiert je nach Ära / Modell).
Die Les Paul hat einen hohen Steg, daher bringt das Abwinkeln des Halses nach hinten die Saiten auf die richtige Höhe über dem Korpus.

Leg den Halswinkel fest, indem du von der Höhe deines Stegs rückwärts rechnest.
Ein durchgerechnetes Beispiel folgt in „Planung & Design ④ — Den Bauplan zeichnen“.
Planung & Design ④ — Den Bauplan zeichnen【Baupläne zum Download】
Ein Konzept im Kopf? Gut. Zeit, den Bauplan zu zeichnen.
Dieser Abschnitt führt durch das tatsächliche Zeichnen.
Wenn du lieber nicht von Grund auf zeichnen willst, habe ich weiter unten PDF-Baupläne hingelegt — nimm die ruhig und pass sie nach Geschmack an.
Zeichenschritte
Zeichnen wir Schritt für Schritt.
Für das durchgerechnete Beispiel unten verwende ich folgende Spezifikation:
・Mensur: 635 mm
・Bünde: 24
・Tonabnehmer: 2× Humbucker
・Steg: Les-Paul-Stil — Steg + Saitenhalter
・Kopfplatte: Les-Paul-Stil (3 Mechaniken pro Seite)
・Kopfplattenwinkel: 17°
・Korpus-Hals-Verbindung: Set-Neck (eingeleimt)
Hier die tatsächlichen Zeichenschritte.
Mit Mensur 635 mm und 24 Bünden zeichnest du das Griffbrett.
※ Die Bundabstands-Maße für diese Mensur stehen im vorigen Abschnitt „Planung & Design ③“.
Ich habe Breite und Länge des Griffbretts wie unten festgelegt.

Dann zeichnest du jede Bundlinie ein.

Platzier den Steg — den korpusseitigen Endpunkt der Saiten.
Wichtige Regel: „die 6. Saite ist 4 mm länger“.
Bei einer Mensur von 635 mm endet die 6. Saite also bei 639 mm. Der Steg wird deshalb schräg gesetzt (siehe Diagramm).
Die dünnere 1. Saite folgt der Theorie ziemlich genau, aber die dickere 6. Saite schwingt über eine etwas kürzere effektive Länge als die geometrischen 635 mm — daher addieren wir ein paar mm Länge auf der Bass-Seite als Ausgleich. Die 4-mm-Zahl ist ein Erfahrungswert aus der Gitarrenbau-Konvention.

Die Stegposition wird während des Baus feinjustiert, daher muss diese Zeichnung nicht auf den Bruchteil eines mm genau sein.
Zeichne den Korpusumriss und platzier die Tonabnehmer.
Der Hals-Tonabnehmer sitzt direkt am Ende des Griffbretts. Der Steg-Tonabnehmer kommt nahe an den Steg.

Für den Korpusumriss dieses Baus habe ich ein Les-Paul-Foto aufgenommen und über die Zeichnung gelegt.
(Im Diagramm fällt dir vielleicht auf, dass die Position des Steg-Tonabnehmers nicht ganz zu einer echten Les Paul passt — das liegt daran, dass echte Les Pauls 22 Bünde haben und wir bei 24 sind, usw.)

Wähl zwischen Bolt-on (Schrauben) und Set-Neck (Leim).
Hier nehmen wir Set-Neck.
Hinter dem Griffbrett (das 6,35 mm dick ist) zeichnest du den Hals.
Es sieht aus wie im Diagramm unten.
Ich empfehle, den Hals genau an der hinteren Kante der Hals-Tonabnehmer-Fräsung enden zu lassen.

Zeichne auch die Seitenansicht.
Die Halsdicke beträgt rund 21 mm am 1. Bund und rund 23 mm am 12., aber zeichne sie auf dem Bauplan etwas dick — du schleifst beim Bauen aufs Endmaß.
Halstaschenwinkel
Leg den Halstaschenwinkel so fest, dass die Saiten für deinen gewählten Steg auf der richtigen Höhe sitzen.

Für dieses Beispiel verwenden wir einen Steg + Saitenhalter im Les-Paul-Stil.
Das Datenblatt des Stegs gab eine Höhe von 10,7 mm an, aber das Reiterstück, auf dem die Saiten tatsächlich aufliegen, kommt noch obendrauf (siehe Diagramm).
Außerdem ist das die niedrigste Einstellung des Stegs — entwirf so, dass die Saite letztlich etwas höher als dieses absolute Minimum liegt.

Überprüfung von Halswinkel vs. Saitenhöhe für dieses Beispiel:
Halswinkel 1,5° → Saitenhöhe am Steg: 12,3 mm
Halswinkel 3° → Saitenhöhe am Steg: 16,2 mm
(Es gibt auch die Option, bei 1,5° zu bleiben und stattdessen die Gesamthöhe des Halses anzupassen.)
1,5° lässt den Steg auf seinem absoluten Minimum ohne weiteren Verstellbereich, daher ist 3° die sicherere Wahl.
(※ Das ist mensurabhängig — überprüf es mit deiner eigenen Zeichnung.)

(Randbemerkung / Anmerkung des Autors)
Geständnis — ich habe meine tatsächlich mit 1,5° Halswinkel gebaut.
Das Ergebnis: Die Saiten kommen auf perfekter Höhe heraus, mit dem Steg ganz unten — also null Spielraum zum Verstellen.
Platzier die Regler und den Wahlschalter.
Im Les-Paul-Stil: 2× Volume, 2× Tone, plus der Pickup-Wahlschalter.

Der Elektronikraum kommt auf die Rückseite des Korpus (nächster Schritt).
Ich habe die Bedienelemente in einem Bereich gebündelt, um den Hohlraum klein zu halten — daher habe ich den Pickup-Wahlschalter nahe an die Volume-Regler gesetzt statt dorthin, wo eine echte Les Paul ihn hat.
Die originalgetreue Platzierung ist auch in Ordnung, wenn du lieber das Original treffen willst.

Der Hohlraum für Volume / Tone / Wahlschalter wird von der Rückseite des Korpus gefräst.
Die Frästiefe so, dass der Korpus am Boden des Hohlraums etwa 8 mm dick ist.
(Die optimale Tiefe hängt von deinen konkreten Teilen ab; justier während des Baus.)

※ Dieser Bau greift von der Rückseite auf den Hohlraum zu. Eine Alternative ist das Fräsen von vorne und Abdecken mit einem Schlagbrett — auch in Ordnung.
Die Kopfplattenform ist, wie die Korpusform, deine Entscheidung.
Die Mechanik-Anordnung in diesem Beispiel ist Gibson-Stil (3 pro Seite).

Füg den Kopfplattenwinkel hinzu.
Hier nehmen wir Gibsons 17°.

Bauplan fertig.
Gurtpin-Position und ähnliche kleine Details kannst du dem Bau überlassen oder jetzt schon ergänzen, wenn du magst.
※ Drei Beispiel-Bauplansätze folgen im nächsten Abschnitt.

Beispiel-Baupläne
Hier ein paar fertige Baupläne. Bedien dich.
Wähl den, der deiner gewünschten Bundanzahl und Mensur am nächsten kommt, und pass Korpus- und Kopfplattenform an.
Bauplan-Beispiel 1 (Mensur 628 mm / 22 Bünde)
Mensur und Bundanzahl entsprechen einer Les Paul.
● Mensur 628 mm, 22 Bünde — Hals-Bauplan
● Mensur 628 mm, 22 Bünde — Korpus-Bauplan
Bauplan-Beispiel 2 (Mensur 648 mm / 22 Bünde)
Mensur und Bundanzahl entsprechen einer Stratocaster.
● Mensur 648 mm, 22 Bünde — Hals-Bauplan
● Mensur 648 mm, 22 Bünde — Korpus-Bauplan
Dieser Bauplan verwendet eine Les-Paul-Korpusform und 2× Humbucker. Eine originalgetreue Stratocaster hätte 3× Single-Coils plus eine 6-in-Reihe-Kopfplatte usw., also pass es nach Bedarf an.
Ich plane, in Zukunft einen Satz mit Strat-Spezifikation zu veröffentlichen.
Bauplan-Beispiel 3 (Mensur 635 mm / 24 Bünde)
Das ist das durchgerechnete Beispiel aus der Zeichen-Anleitung weiter oben.
Mensur und Bundanzahl entsprechen einer PRS.
● Mensur 635 mm, 24 Bünde — Hals-Bauplan
● Mensur 635 mm, 24 Bünde — Korpus-Bauplan
Planung & Design ⑤ — Holz
Baupläne fertig?
Dieser Abschnitt behandelt die Holzauswahl.
Die Prämisse dieser Seite ist „im Baumarkt und bei Amazon kaufen“, daher verwende ich keine exotischen Boutique-Hölzer.
Trotzdem empfehle ich, auf Hartholz zu setzen.
Das billigste SPF oder Zeder funktioniert anfangs, neigt aber dazu, sich später spürbar zu verziehen. (Aus allgemeiner DIY-Möbel-Erfahrung.)
Hartholz ist das, was in höherwertigen Möbeln verwendet wird — dicht und schwer.
Hartholz-Beispiele: Ahorn, Eiche, Esche (Tamo), Kirsche.
(Mahagoni und Palisander werden in echten E-Gitarren verwendet, sind aber in Baumärkten meist nicht vorrätig.)
Was du im Baumarkt normalerweise findest, ist „Leimholz“ (kantenverleimte Platten). Einteilige Bretter ohne Leimfugen sind keine Standard-Baumarktware und teurer.
Für diesen Bau bleibe ich bei „Hartholz-Leimholz aus dem Baumarkt“.
„Ich will mit demselben Holz bauen wie das Original!“ — für diese Leser habe ich am Ende dieses Abschnitts eine Referenztabelle mit Hölzern und Dicken angefügt, die in echten Les Pauls / Stratocastern verwendet werden.
Fachhändler (z. B. Aichi Mokuzai in Japan) versenden diese online.
Korpusholz
Wähl ein Brett, das größer ist als dein Korpusumriss.
Für diesen Bau ziele ich auf rund 45 mm Gesamtdicke.
In meinem lokalen Baumarkt (Cainz) habe ich Ahorn- und Kirsch-Leimholz gefunden. Ich verleime sie.
(Für diesen Bau)
① Korpus-Decke: Ahorn-Leimholz, 350 mm × 600 mm × 20 mm dick
② Korpus-Rückseite: Kirsch-Leimholz, 350 mm × 600 mm × 20 mm dick
① + ② = 40 mm, etwas unter unserem 45-mm-Ziel.
Daher lege ich eine 4-mm-Sperrholzschicht dazwischen.

Gesamtdicke: 44 mm.
Schön — das Holz im Abverkauf erwischt ↓

Hals- und Griffbrettholz
Hals
Besonders bei einer abgewinkelten Kopfplatte braucht der Halsrohling echte Dicke.
Für diesen Bau schneide ich das Querschnittsprofil aus einem einzelnen Brett und verleime es.
Hals: Kirsch-Leimholz, 350 mm × 910 mm × 20 mm dick (zuschneiden und verleimen gemäß dem Diagramm unten)

Ich verleime es für diesen Bau, aber wenn du bei einem Fachhändler bestellst, bekommst du es als einteiligen massiven Rohling.
Griffbrett
Vorbehalt: Ich habe im Baumarkt kein gutes Griffbrettmaterial gefunden, daher bin ich zu einem Fachhändler (Aichi Mokuzai) gegangen. Ich wollte unbedingt ein dunkles Griffbrett…
Um den „Baumarkt-Material“-Faden beizubehalten, säge ich es selbst auf die spezifizierten 6,35 mm Dicke herunter.
(Aichi Mokuzai sägt es auf Wunsch aufs Maß, aber im Baumarkt-Geist mache ich es selbst.)
Griffbrett: indischer Palisander, 530 mm lang, 60–70 mm breit, 8 mm dick (Versand von Aichi Mokuzai)
Für alle, die mit den echten Hölzern bauen wollen…
Für Leser, die dieselben Hölzer wie eine echte Les Paul oder Stratocaster verwenden wollen, hier eine Referenz der typischen Materialien.
Du musst online bei Fachhändlern bestellen — das ist keine Baumarktware.
Das ist die Tabelle aus „Planung & Design ③“, mit den Holzarten blau hervorgehoben.

Damit ist das ganze Holz geklärt.
Als Nächstes: der eigentliche Bau!
Geht hier weiter ↓






























































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